Den 3 Musketieren fehlte auf der Reise einfach noch ein echter Adrenalinstoss. Diesen holten wir uns in La Paz. Mit dem Velo kann man dort 60 Km lang die gefaehrlichste Strasse der Welt herunterbrausen. Ein echtes Highlight - sofern man es ueberlebt.
Liebe Eltern: an dieser Stelle bitte nicht weiterlesen. Schont eure Nerven!
Die Abfahrt beginnt in "La Cumbre" auf 4'800 m.u.M. und endet in Yolosa auf 1'200 m. Die Strasse ist meistens einspurig, nicht geteert und wegen des wechselhaften Klimas in sehr schlechtem Zustand. Es herrscht Linksverkehr. Wer runter faehrt, faehrt am Abgrund, wer rauf faehrt, entlang des Berges. Dies deshalb, weil die Fahrzeuge vom Tal meist schwer beladen sind und deshalb nicht auf der broeckelnden Aussenseite der Strasse fahren koennen. Sicherheitsplanken existieren nicht. An wenigen auserwaehlten Stellen spielen Menschen Ampeln. Auf dieser Strasse sterben jaehrlich etwa 200 Menschen. Dies vor allem wegen der vorsichtigen Fahrweise der bolivianischen Lastwagen- und Busfahrer. Es kommt immer wieder vor, dass ganze Busse abstuerzen. Aber mit dem Velo hat man das natuerlich viel besser im Griff (denkt man zumindest).
Ihr fragt euch sicher, weshalb wir das ueberhaupt gemacht haben. Ganz einfach, wir wollten mal Helden spielen. Und auch weil die Aussicht absolut einmalig ist! Die Abfahrt selber auch. Man spuert ploetzlich Muskeln, die man bisher noch nicht einmal kannte. Wir mussten eigentlich konstant bremsen und das dauernde Geholper der steinigen Strasse ging in die Haende und Arme. Den unteren Streckenteil kann man auch nur noch mit Gesichtsmasken bewaeltigen, da man voellig mit Staub bedeckt wird. Ohne Maske vermindert sich die Lebenserwartung um mindestens 5 Jahre (Staublunge!). Aber wer ganz unten ankommt, ist happy! Denn er weiss noch nicht, wie die Rueckfahrt wird. Schliesslich muss man den selben Weg auch irgendwie zurueckfahren... Unsere Guides schliefen froehlich im Van, waehrend wir vor Aufregung kein Auge zubekamen. Eine Panne bei einem Lastwagen vor uns brachte dann auch noch den ganzen Verkehr zum Stehen. Da die Strasse so eng ist, konnte nicht ueberholt werden und wir mussten warten, bis das Rad gewechselt war. Spaeter hatte unser Van dann selber eine kleine Panne - von der wir bis heute nicht wissen, was genau das Problem war. Vielleicht besser so.
Unser Fahrer hielt sich uebrigens mit Coca-Blaettern wach. Eine sichere Sache!
Auf jeden Fall: WE'RE STILL ALIVE AND MOVING ON!
(oder: Unkraut vergeht nicht. Das habt ihr ja schon beim Hurrican gesehen...)
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