El Diario travel blog

Pucón - Sicht auf den Vulkan

Auf zum Gipfelsturm!

Schneespaziergang

Aussicht

Insicht

Vor Schall und Rauch

Umland

Lago Villarrica

Lago Nahuel Huapi bei La Angostura

Lago Nahuel Huapi bei La Angostura

Lago Nahuel Huapi bei Bariloche vom Gleitschirmstart

Mit Lucia und den Gleitschirmen

Eins,...

zwei,...

drei!

Wie die Adler

Lucia im Landeanflug

Lago Nahuel Huapi in der Daemmerung

Weinreben in Mendoza

Wasserspiel in Cordoba

Strasse in Cordoba by night

La Casa del Che

Che's und Alberto's Toeff

La Angostura nach Vulkanausbruch


Die Begruessen uebernehmen heute andere:

http://www.youtube.com/watch?v=MlW1J7VUKWs

Ihr seht, Cordoba ist ein gewichtiger Punkt auf der internationalen Fussballlandkarte. Hier wurde Ballsportgeschichte geschrieben. Gewann doch Grossdeutschland in Cordoba gegen sich selbst zu Null oder aber Westdeutschland verlor gegen die Skifahrer-Nation Oesterreich, welche normalerweise eher im Riesenslalom punktet als auf dem Fussballplatz. Je nach dem, wie man es dreht oder wendet. Den Originalschauplatz jener Tage hab ich besichtigt, ich schlenderte durch das schoene Zentrum der Stadt, ass guenstig zu Mittag an der Universitaet oder fuhr ins Nachbarsstaedtchen Alta Gracia. Da tat sich denkwuerdiges: Erstmals auf meiner Reise setzte ich meinen Fuss ueber die Tuerschwelle eines Museums. Ab sofort bin ich kuluturell! In Alta Gracia hat die Familie Guevara de la Serna gewohnt und ihr aelsteste Sproessling seine Kindheit verbracht. Aus dem ehemaligen Haus der Guevaras wurde das Museum "La Casa del Che". Ich war da wie auch Fidel Castro und Hugo Chavez anno 2006. Sehr kulturell war das. Und spannend.

Aber wie ueberhaupt bin ich nach Cordoba gekommen? Richtig: Via Vulkankrater und den Himmel. Was ich im letzten Blog zum Schluss geschrieben hab, sind nichts als Luegen, nur Bloedsinn. Nicht wie angekuendigt mit dem Bus von Santiago nach Mendoza bin ich gefahren, sondern auf anraten saemtlicher in Chile ansaessiger Lebewesen noch weiter suedwaerts, in den Norden des Suedens, sprich dem chilenischen Nordpatagonien. Via Valdivia (soso) gings ins 14'000-Seelenkaff Pucón. Pucón ist wunderbar, Pucón und seine Natur rundherum. Und in verblueffender Art und Weise aehnlich wie tausende von Kilometern weiter im Norden in den kanadischen Rocky Mountains. Pucón hat mich sehr an Jasper erinnert und - nicht nur darum aber auch - meine Laune ist von der ersten Sekunde an in einem "Patagonien-Hoch" gewesen. Innerhalb engstem Umkreis des Staedtchens liegen Seen und Vulkane, Nationalparks, Skigebiete und wilde Bergbaeche. Und erstmals auf meiner Reise habe ich Waldmensch die gleichen Baeume gesehen wie zu Hause im Jura. Nicht nur diese doofen Tropenbaeume und Palmen. Pucón, ein Ort wie fuer mich gemacht. Da ich mit den Vulkanen des Kontinents seit Cotopaxi noch eine Rechnung offen hatte, liess ich es mir nicht nehmen, auf den Volcán Villarrica hochzukraxeln. Natuerlich spielt dieser 2'800-Hoeger in einer anderen Liga als Volcán Cotopaxi, aber fuer meinen inneren Frieden war es ein unausweichliches Unterfangen. Ich spazierte hoch - waehrend sechs Personen aus unserer Achtergruppe bereits vor der Haelfte wieder umkehrten - und genoss die Aussicht, die Insicht (Krater) und den eisigen Wind und genoss nicht den kratzenden und giftigen Vulkanrauch, der mir immerwieder um die Ohren geweht wurde. Dann alles wieder runter: Mit dem Schlitten (aka Plastikteller). War das ein Spass? Ja, war es. Am Abend ein Zueckerchen fuer meine mueden Beine: Hot Springs in der sternenklaren und bitterkalten Nacht. Die restliche Pucón-Zeit fuhr ich Velo, gewann das Ping Pong-Turnier im (sehr empfehlenswerten) ethnico-Hostel, chillte, trank Kaffee (und ein Meisterbier auf Streller und die Jungs), ich genoss die Zeit mit Lesen und Filme schauen und Fisch essen. Eine wunderbare Zeit. Doch Argentinien rief. Ich nahm den Bus ueber die Grenze nach Villa La Angostura. Ein herziges Doerflein wo ich in der WG mit Luis, Sebastian und Charly wohnte, welche die Wohnung fuer die anstehende Wintersaison gemietet haben. Kommt mir das bekannt vor? Ja, tut es. Wohl gefuehlt hab ich mich in La Angostura, wo man auch mal erst nach Sonnenaufgang vom Ausgang nach Hause kommt, auf Anhieb. Am Tag meiner Abreise war es mild und von verschneiten Daechern und Waeldern weit und breit nichts zu spueren. Drei Tage spaeter (und bis zur Stunde) lag das Dorf dann aber unter einer dicken, fetten weissen Schicht. Leider fuer die Wintersport-WG aber nicht unter Schnee, sondern unter Asche. Der Vulkan Puyehue ist ausgebrochen! Ziemlich heftig sogar und das erste Mal seit duzenden von Jahren. Unglaublich, vier, fuenf Tage davor noch selber in der Region gewesen und nun diese Bilder im Fernsehen. Schneeraeumfahrzeuge, die Asche zu riesigen Haufen am Strassenrand zusammenschieben. Die Leute scheinen aber in Ordnung zu sein. Ich war mir dann auch nicht sicher, ob ich froh sein muss, nicht mehr im "Katastrophen-Gebiet" zu weilen oder ob ich eben eine Chance verpasst habe, welche im Leben eines behueteten Schweizers wohl einmalig ist: Dem Spektakel eines ausbrechenden Vulkans zuzuschauen. Ich hab bei Luis mal nachgefragt; er meint, ich sollte froh sein. Zeitweise keine Elektrizitaet und zappenduster mitten am Tag, das Leitungswasser zurzeit absolut unbrauchbar und der Flug- und Busverkehr zusammengebrochen. Auf den Bildern, die er mir geschickt hat - und worauf er golfballgrosse Steinsbrocken aufsammeln, die vom Himmel fielen - sehen die Jungs allerdings so aus, als haetten sies ziemlich lustig.

Durch den seinerzeit noch aschefreien und wie hingezauberten Norden Patagoniens fuhr ich Bariloche entgegen. Eine wunderbar gelegene Stadt mit allerdings etwas weniger Charme als Doerfer wie La Angostura oder San Martin de los Andes. Trotzdem ein weiteres Highlight. Wo ich couchsurfte, wohnte auch Lucia; Tauchinstruktorin und Gleitschirmfliegerin. Beim zMorge die Frage: "Willst du mit zum Fliegen kommen?", worauf sich ihr wohl den eher unappetitlichen Anblick zerkauten Erdbeerkonfibroetchens in meinem weit aufgesperrten Maul bot. "Wtf, hell yeah, let's go", dachte und sagte "ja gerne". Zwei Stunden spaeter stand ich, angeschnallt an meinen "Flugbegleiter" Hector, hoch ueber dem Nahuel Huapi-See auf einem Gipfel und wartete aufs Fliegen. Nervoes war ich dabei nur kurz vor dem Start, als mir Hector erklaerte, was ich fuer den Start alles machen muss bzw. was ich nicht machen darf; dabei aber von seinem Gleitschirm-Fach-Argentinisch nicht mal die Haelfte verstand. Naja, "irgendwie kriegen wir das Ding schon in die Luft" hab ich mir gedacht und tatsaechlich flogen wir schon kurz darauf ueber spitze Felsen, entlang steiler Bergflanken, ueber Gondelbahnen und Waelder Bariloche entgegen. Auge in Auge mit den Adlern! Anschliessend habe ich Lucia und Hector noch ein paar "Dankeschoen"-Empanadas gegen den Abenteurer-Hunger gekauft, trotzdem kam ich wohl recht guenstig weg. Es war jedenfalls noch genug im Hosensack, um fuer den zeitlosen, violett-roten Flugoverall (siehe Fotos) gutes Geld zu bieten. Ein Deal kam aber wegen horrender Forderungen Hectors nicht zustande. Ein, zwei Tage und ein paar Billard-Spiele spaeter hiess es Abschied nehmen von Bariloche (welches sich mittlerweile auch in weisser Asche-Pracht praesentiert) und Patagonien. Eine ganz, ganz geniale Zeit war das gewesen da unten im Sueden und einmal wird der Tag kommen, wo ich dahin zurueckkehren werde. Und wenn ich mir vorstelle, was Patagonien in den restlichen 1'000km bis runter nach Ushuaia sonst noch so zu bieten hat, wirds mir ja ganz druemlig.

Als sich die Bustueren nach 20 Stunden endlich oeffneten, wehte mir die milde Luft der Weinmetropole Mendoza entgegen. Endlich also Mendoza, mit rund zwei Wochen "Verspaetung". In Mendoza erlebte ich meine "Argentinan-Grill"-Feuertaufe bei einem all-you-can-eat-beef und all-you-can-drink-tequila-Abend im Mendoza Inn-Hostel. Gekostet hat das ganze 50 Pesos (10 Franken). Ein Gaudi. 24 Stunden spaeter hab ich mich immernoch unwohl ueberessen gefuehlt. Ich gab mein bestes. Natuerlich bin ich durchs Zentrum spaziert und hab den riesigen Park besichtigt. Und noch natuerlicher hab ich - natuerlich - ein Velo gemietet und bin damit durch endlose Reben von Winery zu Winery geradelt und hab all die beruehmten Weine degustiert. Dann kam der Tag, wo mich ein Bus nach Cordoba brachte. Von wo aus ich euch ein herzliches "Grüss Gott!, und schon bis bald!" schicken moechte. Der naechste, der letzte, der traditionelle "und zum Schluss noch dies..."-Blog wird dann wohl mit den letzten Pesos aus einem ueberteuerten Internetkaffe vom Buenos Aires Aeropuerto kommen. Der letzte jener Sorte kam ja vom LA Airport im Juli 2008.

Bis dann, adiee

ps: mehr vom Vulkan fuer Interessierte: http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/06/05/Vermischtes/Tausende-fluechten-vor-chilenischem-Vulkan



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