Christian & Esther in Südostasien 2010 travel blog

Die Tankstelle auf dem Weg nach Phonsavan

Die Ebene der Tonkruege

Ein grosser Steinkrug

In der Seidenspinnerei und -weberei

Ein echtes laotisches Mittagessen

Unsere tollen Gastgeber

Bombenkrater in der Umgebung

Im Dorf der Hmong

Wild Wild West in Phonsavan


Auf halber Strecke zwischen Luang Prabang und Vang Vieng kann man einen Abstecher in den Osten machen, nach Phonsavanh. Dort herrscht eine Art Wild West Feeling. Die Leute parken ihre Pickups wie Pferde halb auf der Strasse, wenn es abends in die Kneipen und Restaurants geht. Es ist schmutzig und es gibt eigentlich nur die eine grosse Strasse, die durch die Stadt fuehrt und bei der man nur drauf wartet, dass so ein Staubknaeuel vom Wind durch die Gegeng getrieben wird.

Aber die Touristen kommen auch nicht wegen der Stadt, sondern weil in der Umgebung die sogenannte Ebene der Tonkruege liegt, mehrere Stellen, wo riesige Kruege aus Stein herumliegen, von denen immer noch nicht so ganz klar ist wieso. Die "offizielle" Version geht davon aus, dass es sich dabei um Urnen handelt. Die Laoten finden die Geschichte besser, dass die Steinkruege als Faesser fuer ihren blindmachenden Schaps Lao Lao gedacht waren, nach einer grossen Schlacht vom Herrscher angefertig.

Wir hatten am Tag unserer Ankunft nach einer Hoellen-Fahrt ueber fast 7 Stunden in einem Minivan neben unserem Guesthouse (mit dem bisher schlechtesten Bett unserer Reise) eine Travel Agency gefunden, in der wir eine Tour fuer den kommenden Tag gebucht hatten. Wegen der Nebensaison war es eine private Tour, die leider auch dementsprechend teuer war, aber es hat sich gelohnt.

Waehrend die anderen Touris sich saemtlich Steinkruege der Umgebung angesehen haben, ging es fuer uns nach Site 1 auf eine Maulbeerfarm mit Seidenspinnerei. Dort haben wir uns den gesamten Prozess des Herstellens eine Schals ansehen koennen. Erst die Nahrung fuer die Seidenraupen, die Blaetter der Maulbeerbaeume, dann die kleinen Raupen, wie sie nach dem Schluepfen die ganze Zeit nur fressen. Im naechsten Raum waren dann die Cocoons und schliesslich die Webereien (von Hand) und die Frauen wie sie die Faeden mit natuerlichen Farben in riesigen Eisentoepfen gefaerbt haben. Und weil das Projekt so eine tolle Sache ist (rein oekologisch, Ausbildung von Frauen aus den Bergvoelkern) habe ich mir gleich mal zwei handgemachte Schals als Souvenirs gegoennt...

Im Anschluss wurde uns auf einem Markt mal erklaert, was die ganzen Sachen ueberhaupt darstellen, die meisten Gemuesesorten konnten wir nicht identifizieren und waren sehr dankbar endlich zu wissen, was wir die ganze Zeit ueber eigentlich gegessen haben!

Das Highlight des Tages kam im Anschluss, da hat uns naemlich unser Tourguide zum Mittagessen zu sich, d.h. zu seinen Eltern, nach Hause genommen, wo die gesamte Familie auf uns Falang (Auslaender) gewartet hat uns uns ein unglaublich tolles Mittagessen bereitet hat.

Die Familie lebt total einfach, in einem Holzhaus auf Stelzen mit einem grossen Raum in dem alles stattfindet. Es wir gekocht, gegessen und geschlafen. Es gab gegrillten Fisch, Fischsuppe und kleine Shrimps aus dem eigenen Teich im Garten, jede Menge Klebreis und kleine suesse Maiskolben. Beim Trinken konnte ich mich gerade noch so retten und es war an den Maennern die 2-Liter Flasche Lao Lao (aus vergorenem Klebreis gewonnener Schnaps) zur Haelfte zu leeren. Christian war nach 6 Kurzen noch erstaunlich fit, unser Fahrer hat zum Glueck nach Zweien aufgehoert, aber unser Guide schien deutlich neben der Spur als es nach dem Mittagessen weiterging. Hochprozentiges zur Mittagszeit bei 35 Grad waren wohl doch etwas viel.

Nach dem Essen sind wir zu einem Dorf gefahren, das ganz besonders unter den amerikanischen Raketenangriffen gelitten hat uns wo es riesige Krater in der Erde zu besichtigen gab. Die Tour abgeschlossen haben wir mit einem Besuch in einem Dorf der Hmong, einem Bergvolk, das in groesserer Zahl in Laos lebt. Wir mussten feststellen, dass diese Art von Besichtigung, d.h. Zoo mit Menschen, irgendwie nicht unser Ding ist. Die Menschen haben eigentlich wie die Tiere gelebt. Unzaehlige Kinder, die dreckig und verwahrlost durch die Gegend gerannt sind (erinnerte ein bisschen an die Zigeuner in Mannheim). Holzhuetten ohne Fenster auf der nackten Erde und Frauen, die mit Mahlsteinen, per Hand, Mais gemahlen haben. Vielmehr traurig und erschreckend als interessant.

Am Ende des Tages und zum Dank fuer diesen Eiblick in das echte laotische Leben haben wir unserem Tourguide spaeter noch ein paar Fotos, die wir von ihm und seiner Familie gemacht haben, ausgedruckt und ihm versichert, dass wir saemtliche Freunde und Verwandte, die es nach Phonsavan treiben sollte, zu ihm schicken.

Wer hat Lust?



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