Etliche Leute in Lipah haben bemerkt, dass wir bald abreisen; es hagelt Einladungen, bei unserem Security-Mann anlässlich der Rückkehr seiner Tochter und ihres österreichischen Ehemannes von einer längeren Europa-Reise, bei Made, wo wir mit einer netten deutschen Familie zu Mittag essen und in der Familie von I Nengah nach Amed, wo er mit drei anderen Familien zusammen in einem Hof in der Nähe des Strandes wohnt. Es gibt köstliche Fisch-Sate mit balinesischer Sauce und vielen Beilagen und die beiden Kinder Rita und Made zeigen uns stolz ihren Vito-Teddy und die Murmeln, die uns unser jüngster Enkel zum Verschenken mit auf die Reise gegeben hat. Angefangen haben wir damit schon in Nepal und weitere Vito-Spielsachen befinden sich nun in Ubud und auf Flores und die letzten haben wir hier in Lipah gelassen. Wir sind alle ein bissl traurig, dass unsere fünf Monate auf Flores und Bali nun doch langsam zu Ende gehen und das Moped, mit dem uns I Nengah zurück zu unserem Hotel bringt, hält sein Sohn am Gepäckträger zurück. Wir haben uns alle so schön aneinander gewöhnt. I Nengah hat dem Peter sogar die Haare geschnitten, weil ihm dessen graue Mähne unangenehm aufgefallen war.
Das Wetter schlägt nun merkbar um. Es regnet häufiger und der Himmel ist oft bewölkt und das Meer ist nicht mehr so blau wie im Sommer und beim Schnorcheln können wir des hohen Wassers wegen auch über jenen Teilen des Riffs schwimmen, die wir im Juli und August noch gemieden haben. Da wir hier aber nun seit Anfang Oktober täglich schwimmen und die Lilo an manchen Tagen bis zu drei Mal rein geht und Stunden in dem am Beginn der Regenzeit recht warm gewordenen Wasser verbringt, haben sich einige Fische an uns gewöhnt und begleiten uns oft über die halbe Bucht, aber wir sehen doch immer wieder etwas Neues, die lustigen Kugelfische zum Beispiel und als absoluten Höhepunkt entdeckt Lilo einen großen Manta, der von der Riffkante weg ins Tiefe entschwindet und seine Flossen dabei langsam und majestätisch wie Fügel bewegt.
Der Betrieb im Pondok Vienna ist auch merklich ruhiger geworden und mit den meisten Gästen verstehen wir uns recht gut. Leider gibt es hin und wieder aber auch Leute, die uns nicht so sympathisch sind, darunter zwei Aussies, die Unmengen an Bier vertilgen, ihre Gössermuskeln im Restaurant immer ohne Hemd zu Schau stellen und mit ihren Harpunen zwei große Baracudas killen. Jedes Paradies hat Fehler.
Für ein paar Tage fahren wir noch nach Kuta, einmal um die Claudia mit ihrem Ardjuna dort zu treffen; sie holen Claudias Mutter Doris ab, die aus der Schweiz zu Besuch kommt. Auch wir haben noch ein bissl was zu tun: Einkaufen, Computer updaten und was man halt in der Zivilisation so tut. Claudia hat uns ein nettes Quartier im Bamboo Inn besorgt, einer kleinen und ruhigen Anlage - sobald man einmal die Eingangstür hinter sich hat - und mit Gede haben wir auch einen sehr sympathischen Hausherrn. Aber unsere Stadt ist Kuta trotz alledem nicht. Der Strand ist kilometerlang und voll von Menschen. Es gibt eine Menge unmäßig fetter Touristen hier, die im Schatten sitzen und unentwegt Bier trinken. Der Rest des "Strandlebens" besteht aus jungen Leuten, die mit ihren mit Surfbrettern bepackten Mopeds unentwegt durch die engen Gassen zum Strand und zurück zur Stadt düsen. Und auf jeden Touristen scheint es mindestens drei Einheimische zu geben, die angefangen von Eis und Bier über Souvenirs bis zur Massage ihre Waren und Dienstleistungen zu verkaufen trachten. Wenn man mit einem höflichen Terima kasih ablehnt, sind sie ganz weg ("Oh, you speak Indonesia!"). Man kriegt in Kuta natürlich alles, zumal in den Supermärkten und es gibt eine große Zahl feiner Esslokale, die wegen der übermäßigen Konkurrenz noch dazu sehr presigünstig sind. Aber die Art von Touristen, denen das alles zu verdanken ist, passt uns nun einmal nicht. Da auch Claudia mit ihrer Mutter und ihrem Sohn weiter fliegt nach Flores - im Ankermi gibt es übrigens jetzt zwei Goldfische, die Lilo und Peter getauft wurden; die Lilo schwimmt immer voraus, sagt Claudia - , beschließen wir, für die letzten Tage auf der Insel wieder nach Ubud zurück zu kehren.
Wir fahren diesmal über Sanur, um im Quantas-Office unsere Flüge nach Christchurch zu reconfirmen. Das Büro der Fluglinie befindet sich im Inna Grand Bali Beach Hotel, einem neunstöckigen Betonklotz in einer riesigen Gartenanlage. Als das Ding in den 1960ern erbaut worden war, da war der Schock darüber so groß, dass die Provinz-Regierung flugs ein Gesetz verabschiedete, wonach künftig auf Bali kein Hotel höher als eine Kokospalme sein dürfe.
In Ubud begrüßen uns alle sehr herzlich. Es gibt gleich am ersten Abend eine Zeremonie zur Einweihung eines neuen Hauses, das irgendwelche Verwandte unserer Wirtsleute gebaut haben und am 31. Oktober gibt es eine weitere große Verbrennungs-Zeremonie. Und auf den Feldern wird der Reis gerade geerntet und der wird nicht mehr händisch gedroschen wie früher sondern mit einem lauten und stinkenden Dreschmaschinchen. Jedes Paradies - - - aber das haben wir ja wohl schon ein Mal gesagt.
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In this last entry from Bali we talk about a lot of invitations from our friends. They all are realizing the end from our Bali days and we all are a little bit sad to leave the friendly families with their lovely children like Rita and Made, the daughter and the son from I Nengah, the head waiter in Pondok Vienna. They are now the owners from Vito's teddy; our youngest grandson gave us a lot of toys for spending them during our trip and the last toys we leave now in Lipah.
The weather is changing now. Raining season starts. We have more rain but also more water in Lipah bay and we are swimming now over new parts from the reef and see new fishes and as a highlight a big Manta floating from the outer rim of the reef to open water like a bird in the sky ...
We leave Lipah for Kuta to meet our friend Claudia with her son Ardjuna for a last goodbey and than we have to arange any things before going out of Indonesia for the "Little Britain in South Pacific", called New Zealand and after two days in the hustling and bustling Kuta Claudia leaves with her mum and son for Flores and we go back to Ubud.
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