Lilo & Peter: Trip 2008 travel blog

intakte Korallengaerten (Foto: Claudia)

Schnorchlerin Lilo, fotografiert von Taucherin Claudia

Feuerfisch (Foto: Claudia)

Kermi laesst sich von Putzergarneelen die Zaehne reinigen.

Seepferdchen (Foto: Elvira, Guide: Kermi)

bei Sonne hinaus aufs Meer ...

... und im Regen heim

heavy shower

Ausbruch des Mount Egon 2004 (Foto: Ricard)

Zum Talibura Markt kommen Kaeufer und Verkaeufer auch mit Booten.

Ance und Kokan beim Einkaufen

Markstandlerin

Kermi mit dem Thunfisch fuers Dinner in Nangahale

Salzproduktion

und das Produkt

Buddha-Baum auf dem Weg zum Wasserfall

kuehler Anstieg

und kuehles Ziel

Elvira (zweite v. l.) taucht nicht nur.

am Strand

abendliche Spaziergaenge

-

Seine Nachtschicht beginnt.

Bilder am Strand

Helmet Shell

und das tote Holz

eine Muraene (Starry Moray; Foto: Kermi)

das Hausboot

Kinder begruessen uns.

wie im Herbst daheim

In der Landessprache heisst der Baum "Ketapang".

Platz ist im kleinsten Bemo.

Marktfrau ion Talibura

auf dem Weg zur Quelle

Die Leiter ist fuer die Honig-Ernte.

Ardjuna vor seiner Drachenhoehle

tote Hartkoralle am Strand

Wir vermissen ...

... diese Abende.


Einen Monat sind wir jetzt da, abgesehen von dem kurzen Ausflug zu den Waljägern auf Lembata, und die Zeit ist uns nicht lang geworden. Unter den "Sail Indonesia"-Teilnehmern waren viele, die einen Großteil ihres Lebens auf den Meeren in allen Teilen der Welt zugebracht haben, mit denen man aber durchaus nicht nur über ihren Sport reden konnte, zB mit Ulla und Peter aus Schweden. Er ist gebürtiger Ungar und war mit seinen Eltern nach dem 2. Weltkrieg nach Wien gekommen und seine Eltern sind dort auch vor Kurzem gestorben. Er selbst ging schon Anfang der 1960er-Jahre nach Schweden. Das war in Österreich die Zeit, in der die ursprünglich fremdenfreundliche Stimmung allmählich umzuschlagen begann. "Als wir nach dem Krieg nach Wien gekommen sind," sagte er, "da haben wir Essen bekommen, eine Wohnung, Arbeit - und niemand hat 'Ausländer' zu uns gesagt. Jetzt ist das ganz anders und ich verstehe nicht warum, denn im Gegensatz zu damals ist das Land heute reich." Jetzt, wo auch seine Eltern tot sind, verbindet ihn nichts mehr mit Österreich, sagte er, und er sagte das ohne jede Verbitterung, ein bisschen traurig vielleicht, weil er das Land aus seiner Kindheit ja in guter Erinnerung hat, aber im Grunde mehr als Feststellung und nicht als Kritik. Wahrscheinlich lernt man als Fahrtensegler das Abschiednehmen.

Ein ständiger Quell der Kurzweil waren auch die Taucher mit ihren allabendlichen Geschichten über die Welt, die da unter dem Wasser vor unserer Haustüre liegt und in die wir als Schnorchler ja nur einen oberflächlichen Einblick gewinnen. Besonders genossen haben wir die Abende mit Elvira, vielleicht auch deswegen, weil man mit ihr nicht nur übers Tauchen und das Meer reden musste.

Für weitere Abwechslung sorge Ardjuna, der uns in die Hügel des Landesinneren schleppte, manchmal in der Mittagshitze, die ihm wenig auszumachen schien. Wir lernten endlich den einen der beiden Wasserfälle kennen, die es hier gibt und wurden der Wasserleitung unseres Ressorts entlang zu einer Höhle gebracht, über die er mit seiner Mutter schon seit Längerem diskutiert: Er sagt, in dieser Höhle haben früher Drachen gehaust, aber Claudia glaubt das nicht so recht. Die Wanderung zu Quellen und Wasserfällen ist auf Südseeinseln sehr beliebt, was wir anfänglich nicht recht verstanden haben, denn ein Wasserfall ist halt ein Wasserfall, und sowas gibt es in Europa ja auch. Wenn man aber so wie hier dem Abfluss des Falles entlang wandern kann, wo es schön kühl ist, und wenn man dann im schattigen Dschungel in das Becken unter dem Fall steigen kann, so hat das bei 30 Grad im Schatten schon eine andere Lebensqualität als der Besuch der Mira-Luke daheim.

Für neue Erfahrungen sorgte auch die Tatsache, dass wir unsere Visa verlängern mussten und dazu das Immigrasi-Büro in Maumere aufzusuchen hatten. Mit der Hilfe unseres Sponsors Kermi ging alles glatt, es dauerte aber doch eineinhalb Wochen, bis wir den Stempel im Pass hatten und kostete fast eine halbe Million Rupies pro Person; das ist immerhin das Monatsgehalt eines Angestellten in einem Supermarkt. Die wesentliche Erkenntnis daraus: Öffentliche Dienstleistungen werden auf der ganzen Welt von Menschen vergleichbarer Mentalität erbracht und die Preise dafür sind geschmalzen. Wir möchten ja nicht auf ein Visum so angewiesen sein wie zB Flüchtlinge, weder hier noch in Österreich.

An einem Samstag nahm uns Kermi zum Markt in Talibura mit, einer großen und reichen Gemeinde ca. eine halbe Autostunde weiter im Osten. Der Markt ist insofern etwas Besonderes, weil er nur von sieben Uhr früh bis ca. 10 Uhr vormittags dauert. Es gibt auch keine Warungs hier, wo man etwas essen oder einen Tee trinken und tratschen könnte. Das hier in Talibura ist wirklich eine Veranstaltung für die Einheimischen, wo man das kauft, was man braucht, hauptsächlich Gemüse, Obst und Gewürze, auch Tabak und Betelnüsse und die Proukte aus dem Meer, frische und getrocknete Fische; daneben gibt es aber natürlich auch Haushaltsgegenstände, auch solche, die bei uns daheim schon längst abgekommen sind, wie Erdäpfelstampfer, und Schreib- und Bürowaren; und was uns vor allem aufgefallen ist, es geht recht ruhig zu und es wird kaum gehandelt. Offenbar wissen die Käufer, was die Sachen kosten, und die Verkäufer, was sie verlangen können. Ance, die den Betrieb in Ankermi schupft, wenn Kermi und Claudia nicht da sind, war ebenfalls mit auf dem Markt und hatte Kokan dabei, eine junge Angestellte, die das Einkaufen lernen sollte und ausserdem Objekt etlicher Flirt-Versuche junge Marktfahrer und Marktbesucher wurde. Talibura verfügt auch über ein eigenes Postamt, was zB Seebenstein nicht mehr von sich behaupten kann, und gleich neben dem Postamt befindet sich das Büro des UPPKH (Unit Pelakasana Program Keluarga Harapan), das dem Peter vor allem deshalb aufgefallen ist, weil er, im Schatten auf die Einkäufer wartend, vom Bürochef auf das Freundlichste gegrüßt wurde. Das Programm, so erfahren wir, ist ein Lieblingsprojekt des neuen Staatschefs und versorgt arme Familien mit einem staatlichen Zuschuss, 300.000 Rupies pro Vierteljahr, wenn wir es richtig verstanden haben, also ungefähr der Betrag, den man in Ubud in einem Bungalow der mittleren Preisklasse für eine Nacht und ein Frühstück bezahlt. Aber sicher können Familien, die das Haushalten verstehen, hier mit hundertausend Rupies im Monat etwas anfangen und besser als nichts ist es auf jeden Fall. Heim vom Markt fahren wir über Nagahale, ein Dorf, das für die Überlebenden des 1992er Erdbebens auf Pulau Babi gebaut worden ist. Die Menschen leben hier vom Salzkochen - was in der Hitze des schattenlosen Dorfes sicher nicht der angenehmste Job ist - , vom Bootsbau und vom Fischfang und Kermi kauft hier einen großen Thunfisch für das Dinner am Abend, das inzwischen eine Spezialiät des neuen Ankermi ist und nicht nur auf Flores sondern auch unter den australischen Seeglern einen guten Ruf hat.

Alles in allem hat in diesem Monat auf Flores eben doch hauptsächlich das Meer unsere Tage bestimmt. Am Morgen ist es meist noch ruhig und steht hoch genug, dass man direkt vom Steg hinein gehen kann, denn das Waten über die glitschigen Steine der Uferzone überlassen wir lieber den Einheimischen, die das können; wir machen dabei keine so gute Figur und Seeigel gibt es auf den Felsen des Riffes auch. An einem Tag, an dem sie keine Taucher zu betreuen hat, schwimmt Claudia mit uns und an einem weiteren Tag haben beide, Kermi und Claudia Zeit und wir fahren mit dem kleinen Boot des Hauses zum Riff am Westende der Bucht und beide Male sehen wir einen Haufen Viecher, an denen wir sonst vorüber geschwommen wären. Auch ein Riff gewinnt viel an Interesse, wenn man es mit Leuten besucht, die sich in dieser stillen Welt auskennen.

Unabhängig davon, ob man hier nun ins Wasser gehen mag oder nicht: Das Meer bestimmt den Tag vom ersten Licht des Morgens bis zu den Sonnenuntergängen, deren Pracht man mit einer einfachen Digitalkamera nicht so recht wiedergeben kann, und darüber hinaus mit seinem Rauschen in der Nacht, das den Kundigen beruhigt, denn solang es rauscht, gibt's keinen Tsunami. Unsere Ankermi-Tage beeenden wir meist mit einem langen Strandspaziergang, vorzugsweise am Strand nach Westen, denn hinter dem Strand im Osten liegt eine große Viehfarm eine katholischen Ordens und die Bremsen hier können einem die schönsten Mangroven verleiden. Am Weststrand aber bleiben wir bei unseren abendlichen Wanderungen ungebissen und schauen dem Meer zu, wie es das Dschungelufer zurück erobert, zB dort, wo früher mit den Froggies ein bekanntes Ressort gestanden ist, das ebenfalls dem Erdbeben im Jahr 1992 zum Opfer fiel. Das Ufer hier, das keiner mehr betreut, wird von der Brandung unterspült und einer nach dem anderen fallen die Baumriesen um. Von den Regierungs-Bungalows, die ehemals neben dem Froggies standen, gibt es nur mehr Reste der blau gekachelten Toilettanlagen im Dschungel herum. Vom Froggies sieht man gar nichts mehr und mit dem alten Ankermi, das meist den Endpunkt unserer abendlichen Wanderungen markiert, wird es in einigen Jahren genauso sein. Es geht alles so schnell in diesem Klima, sowohl das Werden als auch das Sterben.

- und morgen geht es zurück nach Bali.

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In this entry we tell from one short month on Flores with long evening talks about sealing and diving. We report from the Saturday's morning market in Talibura and the UPPKH, a programm from the country's president to support poor familys. You will find any photos from the people in Nagahale, a village built 1992 to host the victims from an earthquake, and from any walks with Ardjuna and his parents to a waterfall and a cave near the spring supplying the Ankermi Ressort with fresh water. But first and least during this month mostly the ocean determines our activities while snorkeling or walking along the shores or going out by boat with the divers.

- and tomorrow we will go back to Bali.



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