Martin's Südamerikareise - erstens kommt es anders und zweitens als man denkt travel blog

Die Plaza von Sorata - kein Wunder das bei der Wärme auch...

Endlich ging es - wenn auch spät - los.

Sorata von oben.

Waldo mein Wanderpartner.

 

Beim Dörfchen Quillambaya...

...bekamen wir zum ersten Mal Probleme bei der Wegfindung.

Wieder auf dem richtigen Weg, aber schon bald sollte es Nacht und...

Wir mussten notfallmässig unser Zelt aufstellen - Waldo ruht sich trotz dem...

Am nächsten Morgen lag dann die Nebeldecke unter uns...

...und so stand dem Aufstieg nichts mehr im Wege.

Endlich sahen wir auch das Illampu-Ancohuma Massif (der höchste Gipfel im Bild...

Bei der Laguna Chillate auf 4'200 m.ü.M.

Unser Zeltplatz nahe der Laguna Chillata.

Es war schön wieder einmal in den Bergen zu sein:-)

Die Wolken kamen und gingen zum Glück auch wieder.

Ausblick von der Felsenlücke 1 h oberhalb des Zeltplatzes.

Die Berge rückten immer näher - letzter Abschnitt vor dem Ziel.

 

Bald einmal rückten auch die Gletscher in scheinbar greifbare Nähe.

Endlich war die Laguna Glacial erreicht - auf 5'038 m.ü.M.!

Illampu - über 6'300 m hoch.

Vegetation war eher rar in der Höhe.

Später Abstieg in Richtung Wolkenmeer.

 

Abstieg über die Gletscherschliffplatten im letzten Tageslicht.

 

 

Ohne Sonne sah's schon nicht mehr so gemütlich aus - wir musste...

Puh, der letzte Anstieg zur Felsenlücke war auch geschafft - gleichzeitig mit...

Jancohuma im Morgenlicht.

Blick in's Tal.

Die wärmenden Sonnenstrahlen taten gut!

Adios Laguna Chillata :-(

Der Weg in der Ferne ist wohl der beste Weg nach Sorata.

Die Aussicht lies mich immer wieder stoppen und mich umdrehen - man...

 

Gemäss Waldo ist dies die Nationalblume von Bolivien.

Die (Mais)Felder von Tusca Jahuire von oben gesehen.

Über diese eigentlich nicht sehr vertrauenserweckende Brücke kamen wir schlussendlich wieder auf...

...und damit auch wieder nach Sorata womit sich der Kreis schloss.


Auf den Tag an dem ich mit Waldo auf eine mehrere Tage dauernde Wanderung gehen konnte hatte ich schon seit Wochen gewartet. Mein Vorschlag war gewesen nach Sorata zu fahren und von dort aus in einem Tag zur Laguna Chillata zu wandern, da zu übernachten und am nächsten Tag einen Ausflug zur über 5'000 m.ü.M. hoch gelegenen Laguna Glacial zu unternehmen bevor wir wieder an den Ausgangspunkt zurückkehren würden. Die Idee stammte aus dem Lonly Planet Trekking-Guide (die anderen Trekkingoptionen in der Region waren mehrheitlich zu lang und auch zu schwierig).

Mit ziemlicher Verspätung ging's am Freitagmittag los. Mit zwei vollgepackten Rucksäcken wanderten wir aus dem schönen Städtchen hinaus und stiegen immer weiter auf. Das es so weit kommen könnte hatte ich noch morgens um halb zwei Uhr auch nicht geglaubt. Waldo hatte erwähnt, dass er spät von der Arbeit kommen könnte und so war ich auch noch nicht zu Bett gegangen um hoffentlich alles für den Trek zusammen vorbereiten zu können. Als ich mich schlafen legte war dann halt nur mein Gepäck gemacht und eigentlich nahm ich an, dass es wohl vergebens gewesen war. Die Überraschung war dann aber komplet, als mich Waldo um halb sechs Uhr weckte. Er vor nicht allzu langer Zeit von der Arbeit gekommen. Ich fragte ihn, ob er sicher sei, dass es eine gute Idee sei ohne Schlaf auf den Trek zu gehen. So schläfrig wie ich zu dem Zeitpunkt gewesen war hätte ich es ohne Probleme akzeptiert, wenn er eingelenkt hätte, aber zum Glück tat er es nicht. Es dauerte noch eine Stunde bis sein Gepäck vorbereitet war - ich hatte mein Reservetrinksystem für ihn auch noch vorbereiten müssen, aber schlussendlich sassen wir um etwa viertel vor sieben im Taxi in Richtung "Cemeterio", von wo ein Bus um sieben Uhr fahren sollte. Wir ergatterten uns noch rechtzeitig zwei der paar letzten Tickets und nachdem unser Gepäck auf dem Dach des Busses deponiert worden waren wir auch schon auf der Reise in Richtung Norden. Beim Kauf der Tickets hatten wir so nebenbei auch einen Blick auf die Abfahrtstafel werfen können und so weit ich mich erinner kann wäre an dem Tag, respektive von Montag bis Samstag auch einen Bus eine Stunde früher gefahren, Sonntags auch bereits um fünf Uhr. Die Touristinfo (Sernatur) hatte mir dabei erzählt, dass um sieben Uhr der erste Bus fahren würde. Grund sich darüber zu ärgern bestand aber nicht, auch wenn es natürlich schön gewesen wäre früher in Sorata anzukommen. Es wäre ja eh nicht möglich gewesen, diesen früheren Bus zu erwischen, auch wenn wir es gewusst hätten. Die Fahrt war dann aber trotzdem etwas nervenaufreiben, da wir infolge von Strassenarbeiten an der Naturstrasse auf dem letzten Viertel ziemlich viel Zeit verlohren. Wir waren auch so schon spät dran, in anbetracht der etwa acht Stunden, welche wir wohl bis zum Lager für die Nacht brauchen würden. Ich hatte mich die ersten etwa drei Stunden gewundert, wie es möglich war, dass Sorata auf 2'700 m.ü.M. liegen konnte, wir uns aber immer noch auf dem Altiplano befanden. Als wir den 4'200 m Pass überquerten war alles klar. Sorata lag wohl weit unten im Tal. Viel war aber zu beginn infolge der tiefhängenden Wolken nicht zu sehen gewesen. Überhaupt schienen sich die Wetterbedingungen genau zum falschen Zeitpunkt verschlechtert zu haben nachdem diese die letzten drei Wochen immer perfekt gewesen waren. Am Mittwoch hatten hohe Wolken bereits aufgezogen und am Donnerstag zeigte sich der Himmel beinahe vollkommen bedeckt wobei auch etwas Nieselregen gefallen war.

In Sorata, wo wir mit etwa einer halben Stunde Verspätung ankamen zeigte sich jedoch ab und zu die Sonne und infolge der tiefen Lage war es auch dementsprechend angenehm warm. Kaum angekommen wurden wir auch von lokalen Guides angesprochen, welche uns führen wollten, aber ich hatte überhaupt kein Interesse, weshalb hatte ich meinen "Lonely Planet", eine der Situation entsprechend gute Karte (Cordillera Real Norte, 1:50'000, herausgegeben vom Deutschen Alpenverein im Jahre 1987), mit dem grössten Nachteil, dass der Weg bis zur Laguna Glacial nicht vollständig eingezeichnet war und ich würde ja auch nicht zum ersten Mal in den Bergen sein. Gut war ja auch eine "Leibwache" dabei zu haben, sprich Waldo, welcher immer in etwas heiklen Unternehmungen (Sorata und Umgebung gehörten dazu) seinen Polizeirevolver mitnahm.

Zu Beginn lief alles nach Plan, auch wenn wir bereits wussten, dass wir wohl ein, zwei Stunden in der Nacht gehen mussten, um die Laguna Chillata zu erreichen. Gemäss der Beschreibung im Führer sollte der Weg aber deutlich und deshalb ohne Probleme zu finden zu sein, dachte ich wenigstens. Mithilfe der Karte, dem Höhenmesser und dem Kompass wusste ich eigentlich fast immer wo wir uns befanden. Ich unternahm sogar den Versuch, die Missweisung des Kompass ("Deklination") zu bestimmen, wobei ich jedoch nicht ganz sicher bin, ob die 11º E wirklich stimmen. Beim Dörfchen Quilambaya kam es bereits zu ersten Problemen, den Weg zu finden. Einerseits war ab da der Weg bis zur Überquerung des Rio Tucsa Jahuira nicht mehr in der Karte eingezeichnet war und auch die Wegbeschreibung im Führer unklar war. Folgte man dem Führer und nahm man an, dass das relativ grosse Gebäude bei der Wiese die Kirche war endete man relativ weit oberhalb des Dorfes bei einem Wasserverteiler (ein Betonquader mit Deckel, von wo aus ein dickes Rohr in den Boden ging. Waldo meinte, dass dies der beschriebene Aquädukt sei, aber auch wenn das vielleicht stimmte, fehlte die beschriebene Abzweigung. So stiegen wir auf meinen Wunsch wieder ab, obwohl ich mir nun nicht mehr ganz sicher, ob ich im Recht war. Jedenfalls durchquerten wir das Dörfchen und kamen auch an einem Haus vorbei, welches so etwas wie ein Kreuz auf dem Dach aufweis, was auch die Kirche hätte sein können. Am Ende des Dörfchens stiegen wir auf einem Pfad in Richtung Fluss ab - gemäss einer Einheimischen gäbe es auch einen Weg der zum Fluss hinab führen würde, doch schon nach kurzer Zeit verlor sich dieser und un so mussten wir uns selber einen Weg - zum Teil durch Maisfelder suchen. So schwierig war es aber auch wieder nicht, da wir gute Sicht hatten und schlussendlich erreichten wir auch einen Weg, welcher uns ermöglichte das steile Uferbord hinab zum Fluss, besser gesagt Flüsschen zu gelangen, wo wir trockenen Fusses auf die andere Seite hinüberwechseln konnten, wo auch ein Weg wieder anstieg.

Mittlerweile war es bereits ziemlich spät geworden als wir gegen den Weiler Tusca Jahuire zu wanderten, den steilen Hang des Valle Rio Tusca Jahuire traversierend. Trotz der nicht ganz klaren Wegbeschreibung schaften wir es bis zum Ort, wo gemäss des Führers der Pfad zur Laguna Chillata abzweigen sollte. Gemäss einem jungen Schäferhirte gäbe es tatsächlich einen Weg, aber er bezweifle, ob man ihn auch in der Nacht folgen könnte. Es gäbe aber einen guten Pfad, der direkt vom Weiler zur Lagune führen würde. Ich war aber der Meinung, dass es besser sei der Beschreibung des Führers zu folgen (da hätten wir wenigstens etwas schwarz auf weiss), ausserdem hätten wir noch mehr Zeit verloren, wenn wir dorthin zurückgekehrt wären und viel Zeit hatten wir warlich nicht, bevor es dunkel sein würde. Zu dem Zeitpunkt dachte ich etwas voreilig wir hätten's geschafft, aber die Dämmerung ging bereits ihrem Ende zu und auch der Nebel umschloss uns immer mehr als wir damit begannen den Weg bergwärts zu suchen. Wir versuchten so gut es ging eine Wegspur zu erahnen, was jedoch so gut wie hoffnungslos war, da der Lichtstrahl unserer Lampen von den Wassertröpfchen des Nebels so stark gestreut wurde, dass die Sichtweit nur vielleicht zehn Meter war. Wir konsultierte die Karte und kamen zur Übereinkunft, dass es wohl das Beste sei dem eingezeichneten Bergrücken zu folgen. Soweit wir sehen konnten gab es auch so etwas ähnliches. Dies war jedoch auch der Zeitpunkt das GPS einzuschalten, so dass wir sicher wieder zum Ausgangspunkt zurückfinden würden. Und siehe da auf einmal trafen wir auf eine Wegspur, wenigstens sah es so aus. Nachdem wir sogar ein Art Terasse passiert hatten,wo es sogar möglich gewesen wäre zu campieren ging es auch noch steil aufwärts und alles sah gut aus bis die Spur wieder abwärts führte. Da war ich nicht mehr sicher, ob es auch tatsächlich der richtige Weg war und auf meinen Vorschlag kehrten wir um und schlugen das Zelt bei der erwähnten Terasse - einer von Büschen bewachsenen Fläche, knapp 550 m unterhalb des eigentlichen Tageszieles, auf. Es war eigentlich ein ziemlicher Glücksfall gewesen, dass etwas oberhalb so etwas wie ein Bewässerungskanal vorbeiführte, was das Wasserproblem löste. So nebenbei war es gar nicht so einfach das Zelt wiederzufinden, wenn man sich einmal etwas entfernt hatte. Es war dann weniger die Kälte, sondern der feine Nieselregen, welcher uns dazu trieb nach dem Kochen im Zelt zu essen, wo es viel, viel gemütlicher war.

Am nächsten Morgen brachen wir nach einer ziemlich warmen Nacht (im Zeltinnern war es 9ºC gewesen! und das auf mehr als 3'500 m.ü.M.!) um halb neun Uhr auf, da wir noch am gleichen Tag die Laguna Glacial besuchen wollten, wofür man aber bereits ab dem designierten Zeltplatz bei der Laguna Chillata 6 - 7 Stunden benötigt. Wir taten also gut daran nicht herumzutrödeln. Wie auch immer jedoch überraschte es uns schon, als wir nach kurzer Zeit am Rande eines steilen Abhanges standen, welchen wir letzte Nacht gar nicht bemerkt hatten. Es handelte sich dabei um ein Seitental, welches gegen die Lagune Chillata hinaufzieht. Bei Tag und nun wolkenlosem Himmel - diese befanden sich nun im Tal unten, obwohl die Wolkendecke sich wieder zu heben schien - war die Orientierung wieder einfach. So war es einfach mehr oder weniger dem besagten Bergrücken aufwärts zu folgen, weglos verstand sich. Nachdem wir einen steileren Abschnitt überwunden hatten, mittlerweile hatten wir uns der zweiten Begrenzung unseres Weges - einer Quebrada (ein Tal, welches nur zeitweise Wasser führt) - genähert, wo wir auch endlich auf einen Weg trafen, welcher nach rechts tendenziell Richtung Sorata führte. Es waren gerade Touristen auf dem Heimweg, denen ein Guide mit seinen Maultieren folfte. Von ihm erfuhren wir auch, dass es sich tatsächlich um der einfachste Rückweg handelte. Das vergletscherte Massif des Illampu zeigte sich nun zum ersten Mal von Wolken unverhüllt. Es sollte nicht mehr lange gehen und wir sollten die Laguna Chillata (etwa 4'200 m.ü.M) erreichen, wo wir nach etwas herumsuchen auf einer kleinen Anhöhe an ihrem südlichen Ufer unser Lager aufschlug. Der steinige Boden machte das vollständige versenken der Häringe unmöglich, sodass ich Steine zur Beschwerung verwenden musste. Zu dem Zeitpunkt waren wir noch die einzigen Camper, aber das sollte sich wohl noch ändern.

Unweit des Zelts stiegen wir den Hang auf Wegspuren hoch und nicht einmal zehn Minuten später wanderten wir auch schon auf dem guten Pfad in Richtung des 840 m höher gelegenen Tagesziels entgegen, was mit dem Tagesrucksäckchen auch bedeutend leichter von statten ging. Mit dabei hatten wir immerhin, neben Wasser und Verpflegung, warme Kleider, Apotheke, warme Kleider und nicht zu Vergessen die Stirnlampen mit Ersatzbatterien. Trotzdem war es kein klacks gewesen, wir kamen beide ziemlich in's Schnaufen, was in Anbetracht der Höhe - wir hatten bald einmal die 4'500 m Marke überschritten - auch kein Wunder war. Obwohl der Weg eigentlich ziemlich gut ersichtlich war begann ich von Anfang an Steinmännchen aufzustellen, vor allem da, wo die Fortsetzung des Weges doch nicht so offensichtlich schien und um auf Nummer sicher zu gehen hatte ich von Beginn weg das GPS aktiviert und zwecks besseren Empfangs unter einen der Schulterträger des Rucksacks geklemmt. Beide Vorsichtsmassnahmen sollte sich noch auszahlen...

Von einer Felslücke, welche wir nach etwa einer Stunde erreichten, ergaben sich weite Aussichten in das tiefe Tal vor uns und auf der gegenüberliegenden Seite aufragenden Schneeberge. Um nun zur Laguna Glacial zu gelangen, welche zwischen weit über 6000 m hohen Illampu und Ancohuma liegt, mussten wir nun ein kurzes steiles und felsiges Stück absteigen bevor uns eine langgezogenen Hangtraverse zu den überbleibseln der Titisani Zinn-Mine, respektive zu den Ruinen der Unterkünfte führte. Auf dem folgenden Abschnitt gab es ein paar kleinere Geröllfelder zu durchqueren und zwei Gletscherschliffplattenpassagen zu überwinden, was den Aufstieg - nebst der schönen Aussicht auf die vergletscherten Berge - interessant machte. Zu guterletzt war der Pfad nicht mehr so ausgeprägt wie auch schon - es gab auch verschiedene Pfade, welche aber schlussendlich an's elbe Ziel führten. Die Lagune Glacial auf 5038 m.ü.M. mit dem in den See kalbenden Gletscher erreichten wir nach etwa vier Stunden Wanderung ab der Laguna Chillata. Noch mehr als die Lagune beeindruckten mich die umliegende Bergszenerie - der 6'368 m hohe Illampu zu der Linken und der 6'429 m hohe Ancohuma zu der Rechten. Obwohl ich auch noch hätte länger bleiben wollen - bei dem schönen Rastplatz und der Müdigkeit - aber mich drängte es bald einmal abzusteigen, in Anbetracht dessen, dass es wichtig war noch vor Dunkelheit die schwierigsten Stellen hinter uns gelassen zu haben. Es war sowieso bereits klar, dass die Stirnlampe ausgiebig zum Einsatz kommen würde. Waldo schien es jedoch nicht ganz so eilig zu haben wie ich und so brachen wir erst um zehn vor fünf Uhr auf, siebzig Minuten vor Sonnenuntergang.

Das nicht mehr so weit unter uns liegende Wolkenmeer zusammen mit der bereits tief stehenden Sonnen liessen ein wunderschöne Stimmung entstehen, welche uns nicht so schnell absteigen liessen wie vorgenommen. Bereits nach nicht allzu langer Zeit kam das GPS bereits zum ersten Mal zum Einsatz, als nicht mehr klar war ob wir an dem Ort absteigen oder noch weiter traversieren sollten. Die Wegspur, welche wir gleich darauf entdeckten stimmte dann auch mit der Richtungsanzeige des GPS überein. Es sollte noch ein paar Mal eine gute Hilfe sein. Man muss aber auch die Grenzen sehen, zum Beispiel wenn es darum geht im Steilen Gelände auf den Meter genau dem kaum sichtbaren Weg zu folgen, dann ist es einfach zu ungenau (ein Steinmännchen hilft da viel mehr). Wir beeilten uns ziemlich und so hatten wir noch genügend Sonnenlicht, um die Granitplatten abzusteigen. Als wir das untere Längere und auch Schwierigere der zwei Abschnitte hinter uns gehabt hatten waren wir doch etwas erleichtert - es wäre ziemlich übel gewesen es in der Nacht zu überwinden. Spätestens aber nach den Häuserruinen, eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang - hatte uns die Dunkelheit eingeholt - der Nebel war zum Glück kein so grosses Problem. Das GPS, zusammen mit den Steinmännchen, zeigten uns dann immer den Richtigen weg, auch wenn das eine oder ander Zusätzliche kein Luxus gewesen wäre. Doch auch Waldo zeigte was er konnte. An manchen Orten, wo sich der Weg verlief erinnerte er sich schneller an die richtige Richtung wie ich mein GPS hatte starten können:-) So erreichten wir wohlbehalten unser Zelt. Mittlerweile hatte auch Nachbarn gegeben - was zu erwarten gewesen war - eine Gruppe von sechs Israelis mit einem Guide und seinem Sohn, wie wir am darauffolgenden Morgen herausfinden sollten. Wir liessen uns nach dem Aufstehen viel Zeit mit Frühstücken und Zusammenpacken des Materials und genossen - als die Sonne weit genug aufgestiegen war - die warmen Sonnenstrahlen. So nebenbei hatte es in der Nacht leichten Frost gegeben. Der Sohn des Guias, mit dem wir noch kurz sprachen, meinte, dass es eine nicht so gute Idee sei das Zelt unbeaufsichtigt zu lassen. Ihnen seien einmal zwei Zelte gestohlen worden und zwar von "Dörflern" einer anderen Siedlung (da hatten wir ja noch einmal schwein gehabt, nichts fehlte. Ich filterete noch Wasser von der Lagune - was ein ziemlicher "Krampf" gewesen war, bei den Partiklen und Viechern, welche im Wasser herumschwammen. Ich hatte die Nacht zuvor viel Zeit damit verbracht Wasser so zu schöpfen, ohne einen der Plattwürmer oder Krebschen zu erwischen. Ich liess dass Wasser - in Anbetracht der geringen Siedetemperatur auf über 4'000 Metern Höhe - eine geraume Weile kochen.

So gegen elf Uhr brachen wir dann doch noch auf und gelangten dann mehr oder weniger problemlos nach Sorata. Ich habe deshalb "mehr oder weniger problemlos" geschrieben, weil es doch die eine oder andere Verzweigung gegeben hatte, wo man eventuell den falschen Weg hätte erwischen können. Beim Aufstieg hätte es sicherlich noch mehr Schwierigkeiten gegeben - ein Guia wäre da wahrscheinlich angebracht oder aber man vertraut darauf einen campesino fragen zu können. Die Karte war dabei nicht so hilfreich, da wieder einmal nicht alle Wege eingetragen waren. Am Ausgangspunkt unseres Treks angekommen - müde und vor allem durstig - genehmigten wir uns erst einmal ein grosses Panaché bevor wir uns mit dem 16.30 Uhr Bus (die letzten zwei Sitzplätze hatten wir uns ergattert) nach La Paz fuhren. So nahm ein tolles verlängertes Wochenende sein Ende. Für mich war es das High-light meines diesmaligen Bolivienaufenthaltes!

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