Lilo & Peter Baumgartner: Asien 2006 travel blog

Morgennebel ueber dem Mekong bei Pakbeng

Begegnung

Vat Xieng Thong Kloster in Luang Prabang

Glasmosaik an einem Klostergebauede

That Phousi

Buddhas Fussabdruck am Phousi

In der Mittagssonne ist allen heiss.

Schulweg in Luang Prabang

Goldmalerei im Xieng Thong

Abend am Fluss in Luang Prabang

am Tad Kuang Xi-Wasserfall ...

... der mehrere Becken bildet

Der Weg ganz hinauf ist nichts fuer Dicke.

tuechtige Haendlerin

Jeden Tag ein neuer Tempel (im Vat Vioux)

gut bewachte Touristenschuhe

Waschtag im Kloster


Am naechsten Morgen holt uns die Agentur mit thailaendischer Praezision um 9 Uhr ab und bringt uns zum Grenzuebergang. Obwohl es eine lange Warteschlange von Touristen gibt, geht die Ausreise schnell. Ein Faehrboot bringt uns ueber den Fluss. In Houai Sai werden wir von Station zu Station weiter gereicht. Zuletzt tausche einer unsere Thai-Tikets gegen Lao-Fahrkarten um und ein anderer verscherbelt uns ein Zimmer in Pakbeng, wo wir die Nacht verbringen werden (und von dem sich heraus stellen wird, dass es in der abgebildeten Form nicht existiert).

Um zehn Uhr sind wir auf dem Boot und warten bis 11:30 Uhr, bis alle da sind. Als Letztes kommt eine Damen-Gruppe aus Thailand. Das Slow-Boat, mit dem wir fahren, braucht fuer die in der Luftlinie ca. 300 km lange Strecke bis Luang Prapang 2 Tage. Speed-Boote gibt es auf dem Fluss auch. Das sind kleine Plastik-Kaehne mit einem Aussenbord-Motor, der einen ohrenbetauebenden Krach macht. Man sitzt mit einem Sturzhelm drin, der im Ernstfall auch nicht viel nuetzen wird. Der Fluss verlaeuft immer zwischen hohen Dschungelbergen. Das Flusstal ist manchmal recht eng. Immer wieder stehen Felsen im Wasser, die durch den Fluss zu bizzarren Formen geschliffen wurden. Gelegentlich treiben Kadaver toter Tiere (Schweine, Ziegen) im Wasser, aber meist macht unser Reiseweg einen sehr sauberen Eindruck. Es gibt kaum Doerfer an den Waldhaengen, und wenn, dann sind sie klein und haben keine Fernseh-Antennen (ein Zeichen dafuer, dass es keinen Strom gibt; wo Elektrizitaet ist, da ist auch TV).

Um sechs Uhr abends sind wir in Pakbeng, einem kleinen Ort, der durch den Mekong-Tourismus gerade eine Art Goldrausch erlebt. Wir uebernachten in einem vergammelten Loch, und als Lilo die vorausbezahlte heisse Dusche reklamiert, sagt der Manager, sie haetten zu wenig Strom. Wahrscheinlich brauchen sie ihn fuer die Riesenkuehlschraenke voll mit Beerlao. Am Anleger in Pakbeng werden uebrigens Zimmer angeboten. Man muss das Quartier also nicht in Houai Sai voraus buchen. Dennoch ist der Abend auf der wackeligen Holzveranda unseres Hotels hoch ueber dem Fluss sehr schoen. Der Himmel ist ganz schwarz mit hell strahlenden Sternen, wie man sie in diesem Glanz nur sieht, wenn weit herum die uebliche "Lichtverschmutzung" fehlt.

Am naechsten Tag fahren wir mit einem ziemlich ueberladenen Boot weiter, da noch Touristen aus einem Schiff dazu kommen, das gestern auf der Etappe nach Pakbeng zwei Mal mit Motorschaden anlegen musste. Allmaehlich werden die Doerfer am Ufer zahlreicher und groesser, die ersten Fernsehantennen tauchen auf und nach sieben Stunden Fahrzeit sind wir in Luang Prabang.

Wir finden ein nettes Haus etwas ausserhalb der Altstadt, wo sich der Tourismus abspielt. Das Haus ist nagelneu, im Kolonialstil mit breiten Treppen erbaut und die Holzboeden so glatt gebohnert, dass man acht geben muss, nicht die spiegelnde Treppe hinunter zu fliegen. Wir haben das Haus ganz fuer uns allein und geniessen die Ruhe nach dem Rummel auf dem Fluss.

Luang Prapang ist von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklaert worden. Es ist eine verschlafene kleine Stadt, die einzige Tempelstadt in Indochina, die aus dem Mittelalter noch unversehrt erhalten ist. Es ist noch sehr viel von Frankreich hier uebergeblieben. Die Post heisst "La Poste", statt Toast als ueblichem Touristenfutter gibt es Baguettes und auf den Strassen faehrt man rechts. Im Palast-Museum, in dem man einen guten Einblick in das Leben der letzten Koenigsfamilie (bis 1975) bekommt, liegen uebrigens Kip-Noten, die ausser in Lao auch in Franzoesisch beschrieben sind; die groesste Note ist mit Mille Kip bezeichnet; tausend Kip sind hier heute das Kleingeld und entsprechen ca. 8 Euro Cent; nach der Isolations-Politik der Pahtet Lao in den 1970er Jahren hat die Asienkrise das Land gerade bei ersten Versuch einer wirtschaftlichen Oeffnung erwischt und das Volksvermoegen nachhaltig vernichtet.

Alle interessanten Bauten draengen sich auf einer Halbinsel, die vom Mekong und einem Nebenfluss gebildet wird. Wir klettern auf den That Phu Si, der als eines der bedeutenden buddhistischen Heiligtuemer in Laos eine schoene Tempelanlage traegt und verbringen viel Zeit im Vat Xieng Thong, dem aeltesten noch erhaltenen Kloster des Landes. Das ist eine kleine Stadt in der Stadt mit vielen Stupas und Tempeln. Das Hauptgebauede hat ein mehrstufiges, ineinander geschachteltes Dach, wie wir es bisher noch nie gesehen haben. Die Mauern dieses Gebauedes sind genauso bemalt wie die Holzteile - golden auf schwarzem Grund - , sodass man den Eindruck hat, der ganze Tempel waere aus Holz. In einem eigenen Tempel steht der Begraebniswagen fuer den vorletzten Koenig, der 1959 gestorben ist; ein Riesending aus Holz und Gold und daneben sind zahlreich wunderbare Buddhafiguren aus bemaltem Holz zusammen mit Holzsteelen und anderen Schnitzerein auf Haufen geschichtet.

Abends sehen wir im koeniglichen Theater eine Ballett-Auffuehrung, wobei es auch eine Lao-Version des Ramayana-Epos gibt. Seit wir dieses Ballett zum ersten Mal gesehen haben, in den 1980er Jahren in einer wunderbaren Auffuehrung einer Tanzschule in Yogyakarta auf Java, sind wir danach foermlich suechtig. In der Lao-Version des Stueckes heisst der Rama halt Phralam. Aber es gibt auch einen Boesen, den Riesenkoenig Thotsakan, der Ramas Frau Sida unbedingt haben moechte. Der Thotsakan hat zwar keine boese Hexe als Schwester wie in der Version, die wir schon so oft auf Bali gesehen haben, aber dafuer einen boesen Bruder, der sich in einen goldenen Hirsch verwandelt, den nun wieder die Sida unbedingt haben moechte. Sie schickt ihren Mann in den Wald. Als der dort um Hilfe schreit, rennt ihm sein Freund Phralak nach, nicht ohne vorher noch einen Zauberkreis um die Sida gezogen zu haben, den der Thotsakan nicht ueberwinden kann. Der ist aber clever, verwandelt sich in einen von Sida sehr vereherten Guru und bittet sie um Wasser. Um an den Fluss zu kommen, muss sie aus dem Zauberkreis heraus und dann kann der schlimme T. sie entfuehren. Dem guten Zaubervogel Sadayn gelingt es zwar, im ehrlichen Kampf den T. zu besiegen, aber der ist ein Heimtuecker und zieht der Sida einen Ring vom Finger, mit dem er auch den Zaubervogel ueberwindet. Die Geschichte hat also kein Happy End wie im Ramayana, wo der Prinz seine Frau am Ende mit Hilfe des Affengenerals Hanuman zurueck kriegt. Das enttauescht uns ein bisschen. Aber getanzt war das Ganze auch als Tragoedie sehr schoen.

Zu Beginn der Veranstaltung werden wir von einer Art Sprechgesang begruesst und danach schwaermen die Akteure ins Publikum aus und jeder von uns kriegt eine Art Freundschaftsband um das Handgelenk geknuepft. Das wird von gemurmelten Glueck- und Segenswuenschen begleitet und ist in diesem grossen schoenen luftigen Theater recht beeindruckend.

Einige Tage werden wir wohl noch hier bleiben, und wie es weiter gehen soll, wissen wir auch noch nicht. Inzwischen verbringen wir die Zeit wie muessige Touristen, fahren zum Tad Kuang Xi-Wasserfall, kaufen in einem Dorf ein Band fuer Miriam (die Tochter einer Freundin, die etwa so alt ist wie die tuechtige Haendlerin, die uns das Band verkauft), entdecken jeden Tag einen neuen Tempel in der Stadt ... Irgendwann an einem der Abende, die wir meist am Mekong verbringen, werden wir uns wohl entscheiden mussen.



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