Lilo & Peter Baumgartner: Asien 2006 travel blog

wenig Verkehr auf dem Mae Kok

Gemuese- und Obstgaerten am Ufer ...

... und gelegentlich Stromschnellen im Fluss

Nach dem Elefanten-Dorf sind wir mit unserem Skipper allein.

Von Weitem sieht man schon das Kloster in Thanton.


Auf dem Mae Kok-River faehrt taeglich ein Lontail-Boot nach Thanton. Weil dieser Trip im Reisefuehrer als die schoenste Fluss-Strecke Thailands beschrieben wird, investieren wir den Tag und das Geld (350 Bhat pro Person).

Zuenaechst ist das Boot recht voll, lauter Touristen natuerlich. Die steigen aber nach einer Stunde Fahrt bei einem Dorf aus, wo man auf Elefanten reiten und sich mit einer Riesenschlange um den Hals fotografieren lassen kann. Weiter fahren nur mehr wir beide und Horst, ein Stuttgarter, mit dem wir uns im Hotel angefreundet haben.

Der Fluss wird erst nach dem Touristendorf so richtig schoen, manchmal sehr eng mit grossen Granitbloecken drin, dann wieder breit und ruhig zwischen den Gemuesefeldern und Obstgaerten an seinen Ufern. Gelegentlich gibt es auch Stromschnellen, die aber jetzt, bei dem Niedrigwasser in der Trockenzeit, alle harmlos sind. An der Ufermarken sehen wir freilich, dass der Fluss in der Regenzeit bis zu zwei Meter hoeher stehen kann, und dann sind diese Schnellen sicher nicht mehr harmlos.

Mit unserem Skipper haben wir auch Glueck. Er faehrt den Slalom zwischen Felsen, Treibholz und Sandbaenken sehr geschickt und rumpelt mit der Blechhaut des Bootes nur sehr selten auf den Grund.

Als Transportweg hat der Fluss - bedingt durch das auch hier im Norden gute Strassennetz - seine Bedeutung wohl laengst verloren. In den wenigen Booten, die wir sehen, sitzen hauptsaechlich Touristen. Ausser dem Fremdenverkehr dient der Mae Kok (bitte nicht mit dem Mekong verwechseln, der kommt erst) noch der Schottergewinnung. Gelegentlich sehen wir Leute, die mit Netzen darin fischen. Und vor allem ist er die Wasserquelle fuer die Gaerten und Felder an seinen Ufern. Anders als am Ayeyarwady in Myanmar wird hier das Wasser aber nicht mit Menschenkraft sondern mit Pumpstationen geschoepft. Es gibt auch ueberall zu den romantischen kleinen Doerfern, die wir passieren, eine Stromleitung und man kann sie mit dem Auto erreichen. Es sind das zumeist Lahu-Doerfer. Etwa 50.000 Lahus leben heute in Thailand und hier in den gut erreichbaren Orten am Fluss duerften sie wohl schon sehr an die Thai-Zivilisation angepasst sein.

In Mae Salak stoppen wir fuer eine Mittagsrast. Das ist allerdings ein Yao-Dorf. Die 40.000 in Thailand lebenden Yaos haben als einziger der Bergstaemme eine Schrift, naemlich die chinesische. Ganz in der Tradition aller Auslands-Chinesen haben sie sich seit jeher mehr als die anderen Bergvoelker um ein gutes Verhaeltnis zur Lebensart ihres Gastlandes bemueht, ohne freilich ihre traditionellen Lebensformen und ihre vom Taoismus beeinflusste Religion aufzugeben (Unsere Kenntnisse stammen aus dem Hilltribe Museum im Chiang Rai).

Vor Thaton wird der Fluss wieder breit und wir sehen schon von Weitem die Bauten des Wat Thanton, des groessten Klosters in Thailand. Horst, der hier schon mit seinem Motorrad war, erzaehlt uns, dass sich das Kloster noch ueber den Kamm der Berge auf die andere Seite erstreckt.

Der Bootstrip bis Thanton dauerte viereinhalb Stunden. Im Ort finden wir bald einen Bus nach Mae Chan an der Hauptstrasse und dort innerhalb einer Viertelstunde einen nach Chiang Rai zurueck. Wenn uns das Reisebuero vermittelt haette, dann haette das nicht besser klappen koennen.



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