KARIN GOES FAR travel blog

Die Bucht bei El Calafate

Gletscher am Perito Moreno von der Nordseite

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Ups, da isch grad was abegheit

Ross mein Retter

Gletscher 1.....

....Gletscher 2....

.....Gletscher Schwarz-Weiss.....

......Gletscher mit Karin......

Ups und schon wieder was abegheit...

... wieder Gletscher....

...nochmals Gletscher.....

... und mehr Gletscher....

... und zum letzten Mal Gletscher


Willkommen zum 2. Teil meines Suedargentinienberichts

Die Reise von Bariloche nach El Calafate an sich, war ein rechtes Abenteuer. Obwohl es Luftlinie bloss 750km sind und auch eine Strasse, die Ruta 40, existiert, muss man, um die oeffentlichen Verkehrsmittel benutzen zu koennen einen riesen Umweg machen.

Wir, Ross und ich, sind am Samstagnachmittag um 15.30h in Bariloche in einem Mittelklassebus (fuer mich ok, fuer Ross etwas eng) abgefahren.

Ross heisst uebrigens Gerber zum Nachnahmen weil sein Grossvater Schweizer ist. Woher der, der Grossvater, kommt weiss er nicht und als ich ihm gesagt habe, dass Gerber ein gaengiger Name in der Schweiz sei und es einen gleichnamigen groesseren Kaesefabrikanten gaebe, meinte er: "Cooool, I love chees!" :)

Am Sonntag Morgen 6.00h sind wir in Commodoro Rivadavia Angekommen. Nach 2h Wartezeit auf dem haesslich kalten Fussboden des Busbahnhofes ging es um 8.00h weiter nach Rio Gallegos dem Dreh- und Angelpunkt fuer Busreisende in den oder vom Sueden. Dort sind wir gleichentags um 19.00h abends angekommen. Da es nicht moeglich war, das Weiterfahrtticket von dort aus, nach El Calafate im Voraus zu kaufen, konnten wir bloss hoffen, dass es noch Tickets fuer den Bus am selben Abend gab.

Wir ihr euch aber vorstellen koennt, war uns dies Glueck nicht gegoennt. Zusaetzlich hatte ich mit meinem argentinischen Handy keinen Empfang und ich musste Telefonkarte auftreiben um dem Hostel in El Calafate Bescheid zu sagen, dass wir erst am naechsten Tag ankommen wuerden, eine Tour zum Gletscher Perito Morenos fuer den naechsten Tag von El Calafate aus buchen und eine Unterkunft fuer diese Nacht in Rio Gallegos organisieren. Mann, bin ich ein Organisationsmonster. Nach rund 1h war alles gebucht und wir haben wohl noch das letzte guenstige Zimmer in ganz Rio Gallegos gekriegt.

Dieses Zimmer habe wir dann aber nur fuer rund 2h in Anspruch genommen, weil wir in einer Poolbar wo es nur Argentinier hatte versumpft sind, und Ross sich ganze 8 von 9 Spiele im Billiard hat schlagen lassen.

Waerend ich mich unterhielt und Ross mit seinem neuen Kumpanen Billiard spielte, kamen 2 Maedels vorbei, und fragten ob sie Fotos zusammen mit Ross (Auslaender waren selten in der Stadt) machen durften. Er hielt tapfer hin, aber als sie ein Foto wollten wo er das eine Maedchen kuesste, wurde es ihm doch zu bunt und er meinte er muesse jetzt weiter spielen.

Sein Billiardspielkumpane kam daraufhin zu mier und fragte ob er Ross wohl sagen solle, dass dies die bekanntesten Transen Prostituierten der Stadt seien. Ich ueberbrachte ihm die nette Neuigkeit, was ihn neben seinem dauernden Verlieren im Billiard wicht wirklich viel gluecklicher machte :)

Auf dem Heimweg zurueck zum Hotel haben wir uns etwas verlaufen und mussten morgens um 5 mit dem Stadtplan in der Hand nach dem Rueckweg suchen.

Als ich die Wendeltreppe im Hotel rauf ging, fiel ich im 2. letzten Tritt und stiess mit einigem Schwung, Stirnvoran in die Wand. Ross konnte sich ein laecheln nicht verkneifen, wie er mich so platt auf dem Boden liegen sah und das Lachen brach laut aus ihm heraus als innerhalb von wenigen Sekunden eine Riiiiiesenbeule meine Stirne ziehrte. Wenn nicht schon mein Aufschlag das ganze Hotel geweckt hatte, dann bestimmt unser nicht mehr anhaltendes Lachen.

Nach rund 2 Stunden Schlaf haben wir uns irgendwie zum Busbahnhof geschleppt und voellig uebernaechtigt die letzten 4 Stunden Busfahrt zu unserem Ziel El Calafate auf uns genommen.

Dort mit leerem Magen am Nachmittag um 14.15h mit rund 1 1/2 Verspaetung angekommen, hatten wir genau 15min Zeit das Hostel zu finden und uns fuer die Tour zum Perito Moreno Gletscher um 14.30h bereit zu stellen. Irgendwie haben wir das geschafft und sind mit nachwievor leerem Magen im Minibuessli die kurvenreiche Strasse rund 80km zum Los Glaciares Nationalpark gefahren.

Irgendwie hat Ross im ganzen Stress vergessen Bargeld zu besorgen, ich hatte ohnehin keines mehr und der Eintritt zum Nationalpark und die Boetlifahrt zum Gletscher mussten bar hingelegt werden. Mit Mueh und Not konnten wir das dann mit Dollars begleichen, zum Essen blieb leider kaum was uebrig. Wir konnten uns grad noch eine Instantsuppe fuer je 3 Pesos leisten, welche noch nie in meinem Leben so gut geschmeckt hat. Wohl, weil ich nie Instantsuppen esse, weil ich normalerweise keine Suppen mag. Diese fuehlte sich aber wie ein Festmahl an.

Nun aber noch zum Gletscher Perito Moreno, fuer den sich die ganzen Strapazen gelohnt haben. Ich war echt ueberwaeltigt. Haette stundenlang dort sitzen koennen, den Gletscher beobachten und warten bis wieder ein Eisstueck abbricht und mit Getoese in den Gletschersee stuerzt. Wir hatten unglaubliches Glueck mit dem Wetter, was ich kaum fassen konnte und all der Stress der vergangen Tage war fuer kurze Zeit vergessen.

Zurueck in der Jugendherberge hat Ross 3 weitere wild zusammengewuerfelte Amis kennengelernt. 2 davon waren zufaellig im selben Zimmer wie ich und wir gingen zu 5. aus zum essen. Um Mitternacht habe ich mich auf den Weg zurueck zum Hostel gemacht, da ich supermuede war. Ross und die anderen 3 Jungs wollten noch bleiben um einige Drinks zu kippen.

Und jetzt Leute hoert bzw. liest gut hin.....

Obwohl ich zum schlafen in den Jugendherbergen Oropax benutze bin ich in der Nacht von einem eigenartigen Geraeusch geweckt worden. Irgendwie klang das nach Regen oder so was. Als ich die Augen oeffnete, sah ich vor meinem Bett den Schatten eines urinierenden Mannes. Bis ich es fassen oder realisieren konnte, war er bereits fertig und machte anstalten, sich auf mein Bett zu stuerzen (wohl weil es gleich das naechstliegende war) Ich konnte gerade noch aus dem Bett fluechten, bevor sich der Betrunkene Koerper mit offener Hose darauf warf.

Voellig unglaubig und schockiert machte ich das Licht an, womit ich die 2 weiteren Argentinierinnen im Zimmer geweckt habe. Aber ich musste mich vergewissern, dass das nicht ein Traum war. Tatsaechlich befand sich da gleich vor meinem Bett ein netter Gunten Pisse und der Typ stellte sich als einer der Amis mit denen ich zu Abend gegessen habe raus. Sein Freund, auch vom selben Zimmer, war leider nocht nicht aufgetaucht. Trotz Angst dass er ausschlagen oder kotzen wuerde habe ich ihn 2-3 mal geschuettelt und angschriehen, dass er wohl sein eigenes Bett zum schlafen benutzen wuerde. Auch der Nachtwart vom Hostel hatte damit keinen Erfolg aber wenigstens hat der nette Mann den Bisigunten aufwischen koennen. Somit habe ich mich in das Bett was eigentlich seines war, zum schlafen gelegt.

Sein anderer Ami Freund kam dann rund 1h Spaeter mit blutverschmierten Hosen und einer eingebundenen Hand. Am naechsten Morgen konnten sich beide an gar nichts mehr erinnern und waren offentsichtlich unglaublich entsetzt darueber, was ich da ueber den einen von ihnen zu berichten hatte. Dieser hat sich bei mir in aller Form entschuldigt und hat sich dann wohl vor Scham auch gleich aus dem Hostel ausgecheckt. Und weg waren sie.

An diesem Tag war wieder organisieren angesagt und ich musste planen wie und wohin ich nun wollte. Ausserdem musste ich ausrechnen, wieviel Geld mir Ross ausleihen sollte, weil sich unsere Wege an diesem Tag trennen sollten, da er viel weniger Zeit hatte als ich und er somit etwas schneller vorwaerts musste.

Mein Wunschplan waere gewesen, fuer 3 Tage rueber ins nahegelegene Chile in den Torres del Paine Nationalpark zu fahren. Danach wuerde ich mich auf den Rueckweg nach Buenos Aires machen und auf dem Weg 2 Tage bei der Peninsula Valdes wo man Pinguine, Seeloewen und momentan sogar Wale beobachten kann, stopp machen.

Als ich mir den Plan zurechtgelegt hatte, was nun heute noch alles organisiert werden musste, ist mir im nullkommaploetzlich "de Lade abe" und ich hatte einfach keine Kraft mehr das alles durchzuziehen. In diesem Moment habe ich entschieden, dass ich ins Reisebuero gehen wuerde, um zu fragen ob es fuer morgen Mittwoch noch einen Platz auf einem Flug nach Buenos Aires gaebe.

Falls ja, wuerde ich den Flug nehmen, falls nicht, Plan B mit Chile und Peninsula Valdes durchziehen.

Ross kam mit ins Reisebuero weil er ja wissen musste wieviel Geld er mir geben musste. Es kam ja darauf an, wohin ich noch reisen wuerde, bevor ich in Buenos Aires wieder an Bargeld rankommen kann.

Wir konnten beide mein Glueck kaum fassen, als die nette Dame von Aerolineas Argentinas mir mitteilte, dass es tatsaechlich fuer morgen Mittwoch 25. Januar noch einen Platz gaebe. Normalerweise sind die naechsten 2 Wochen restlos ausgebucht.

Ich habe also das Ticket mit Kreditkarte bezahlt und Ross um 300 Pesos (ca. CHF 130.00) gebenten, was ja vollkommen ausreichen wuerde, da ich ja schon morgen in Buenos Aires ankommen sollte. Er gab mir das Geld, wir verabredeten uns fuer Buenos Aires in einigen Tagen und er spurtete los, um seinen Bus noch zu erwischen.

Ich sass da voller Freude, solch ein Glueck zu haben und morgen schon im mich alles rettenden Buenos Aires zu sein und nicht weiter mehr organisieren zu muessen, waehrend die Dame mein Ticket ausstellte und meine Kreditkarte belastete. Boa, war das ein gutes Gefuehl. Mir war in diesem Moment scheiss egal, dass ich nichts weiter von Patagonien sehen wuerde, weil ich war einfach zu kaputt von all dem Pech.

Aber wie ihr meine Geschichte ja kennt, waere das alles viel zu schoen gewesen um wahr zu sein. Als sie mir das Ticket aushaendigte, sah ich, dass sie mir ein Ticket fuer den SAMSTAG 25. FEBRUAR ausgestellt hat.

Ihr haettet mein Gesicht sehen sollen. Konnte mich das Pech tatsaechlich derart hartnaeckig verfolgen?

Der Dame war es sichtlich peinlich, da die Rede ganz klar von einem Flug am naechsten Tag dem 25. Januar war, weshalb sie kommentarlos alles wieder annullierte. Natuerlich, gab es wie befuerchtet keinen einzigen Platz mehr frei fuer mindestens die naechsten 14 Tage. Sie hat mir daraufhin vorgeschlagen an den Flughafen zu gehen und es Standby zu versuchen!?! was ich aber bei meiner wahrscheinlichkeit von Glueck definitiv nicht vor hatte.

Nun stand ich da, ohne Flugticket, ohne Ross, einer kaputten Kreditkarte und die letzten 300 Pesos. Weit kam ich damit nicht und es war klar, dass ich nun mit dem Bus auf schnellstem Wege nach Buenos Aires kommen musste. Kein Chile, kein Peninsula Valdes und kein Ankommen in Buenos Aires morgen.....was fuer ein Tag.

Ihr glaubt es wohl nicht, aber es kam noch schlimmer.

Am Busbahnhof habe ich nach einer Stunde rumrennen und mich in Warteschlangen zu vergnuegen feststellen muessen, dass ein Busticket nach Buenos Aires 330 Pesos kostet (das Flugticket waere bloss 294 Pesos gewesen)und in El Calafate bloss eine einzige Busgesellschaft Kreditkarten zur Zahlung akzeptierte. Diese hatten aber alle Busse bis am 30. Januar also fast 1 Woche spaeter VOLL. Kurz vor dem durchdrehen habe ich mir dann halt einfach ein Ticket bis zum naechst groesseren Ort Rio Gallegos gekauft, in der Hoffnung, dass es dort andere Busgesellschaften hat, welche noch Platz haetten und Kreditkarten akzeptierten. Da ich so schnell wie moeglich da weg wollte und musste, kaufte ich ein Ticket fuer einige Stunden Spaeter nachts um 3Uhr Abfahrt.

Auf dem Weg zurueck zur Jugendherberg kam mir in den Sinn, dass es eine Busgesellschaft gab, welche Online Tickets verkauft und dies musste ja wohl mit Kreditkarte funktionieren.

Also ging ich ins Internetcafe und nach einigen Pannen und 45 Minuten spaeter verliess ich dasjenige mit Ticketausdrucken fuer die Busfahrt bis nach Buenos Aires. Leider war der Fahrplan ueberhaupt nicht optimal, aber das war definitiv die letzte Moeglichkeit gewesen, ueberhaupt aus dem Schlamassel rauszukommen und endlich etwas aufathmen zu koennen. Also ging ich einmal mehr packen und ich war froh zu wissen, dass ich, wenn alles nach Plan lief, rund 61 Stunden speater in Buenos Aires eintreffen wuerde.

Ich bestieg in der Nacht vom 24. zum 25. Januar um 02.45Uhr den Bus von El Calafate nach Rio Gallegos wo ich 4 Stunden spaeter ankommen wuerde.

ENGLISH VERSION:

The journey from Bariloche to El Calafate would have been in the best case an about 33 hours ride. But of course with my luck it took us much longer. When we arrived in Rio Gallegos we wanted to buy a ticket to get to El Calafate the same day. As that bus was fully booked, we had to stay overnight in Rio Gallegos.

As we were not the first tourists this day arriving and not getting any seats on a bus to go on the same day, all the hostels were full with stranded backpackers. After calling arround about a half an hour, I swear, I got the last available low budget room all over the town. What good luck :)

This night in Rio Gallegos was actually not so bad. Ross and I, we went to a poolhall where only locals hung out. Ross let hisself beaten about 8 of 9 games in billiard and got on a picture together with a transvestite. But I wasn't better. I banged my head against a wall after falling up the stairs. Ok, it was 5 in the morning and after a few beers.

Two hours later we got up to catch the bus to finally get to el Calafate.

Arriving there with 1 1/2 hour delay we had to hop on the bus for our excursion to the Glacier Perito Moreno directly. I booked that tour the day before by phone because I thought we would arrive much earlier.

The Glacier was highly impressive. I liked it alot and for a short time I forgot that I was so tired, hungry and that I had no money in my pockets anymore.

I could have sitten there for hours and watch the glacier till a piece of it is breaking off and falls into the blue-green glacierlake with this enormous roar.

This is definitely among the 3 "mustsees" in Argentina. Go there if you have the chance.

...but after that day my badluck went on...

To write the story about the drunken American guy in the same dormbedroom who pissed on the floor of our room and then plunked onto my bed where I was sleeping and so on, would take too long.

The next day I wanted to get myself organised to get to the Torres del Paine National Park in Chile and then to Peninsula Valdes on the way back to Buenos Aires.

Ross was sooo nice to lend me money, as much as I needed. Ross, thank you so much for this again. But somehow I was shattered, I didn't feel to go on anymore. So I decided to go to the travel agency to get a flight to Buenos Aires the next day if available.

I asked Ross for 300 pesos, way enough to get out of el Calafate and arrive the next day in Buenos Aires if I would pay my flightticket with my credit card. Then Ross went off to another town by bus.

Unfortunately there was no flightticket available because everything was fullybooked for the next two weeks. I hoped that my bent credit card would work at the busstation to buy a busticket. But, this would't even help me, because there was only a one and only company taking credit cards at all. And this buscompany was fully booked for about one more week.

To not to bore you with all the details, I ended up getting to Buenos Aires on a 60 hours journey which cost me about 360Pesos (Flight would have been 294 Pesos). You can not believe how exausted I was, after living 3 days in buses and bus terminals without bed, shower and fresh cloth.

But now I was in Buenos Aires, where my friend Aldana and a package from my brother with my new debitcard, creditcard, cellphone chip, camera and so on was. Here the luck would catch me up...I was sure about this



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