Lilo & Peter Baumgartner: Asien 2006 travel blog

Strassenverkehr

Der "Palast der Winde"

Die meisten Palaeste sind so reich geschmueckt


Der Abschied von Bikaner war recht ruehrselig. Manager Davit und die beiden Nepali-Boys brachten uns zum Zug und weinten ein bisschen. Sie werden uns vermissen, sagten sie. Der Hotel-Eigentuemer wird uns sicher auch vermissen. Ausser einer netten Daenin, die einen Freund hier hat und fuenf Wochen bleiben will, waren wir die einzigen Gaeste. Das Hotel mit seinem schoenen Innenhof war aber waehrend dieser zehn Tage eine Oase der Ruhe in der lauten und dreckigen Stadt.

Die Nachtfahrt nach Jaipur war wiedem recht angenehm. Ein aelterer Inder tauschte mit Lilo das Bett, sodass sie unten schlafen konnte. Das zweite Bett unten war auch bis Jaipur unbelegt. Nach welchem System sie hier die Betten belegen, durchschauen wir nicht.

Die beiden Tage in Jaipur, der Hauptstadt von Rajasthan mt 3,5 Mio Einwohnern wollten wir eigentlich nur fuer die Organisation unserer Weiterfahrt nach Pushkar benuetzen. Die Stadt selber war uns als recht scheusslich beschrieben worden und ist es auch insofern, als sie in einem weiten Talkessel liegt und sich die Autoabgase mit dem Staub zu einem dichten Smog vereinigen. Es gibt hier aus der Glanzzeit der Rajputen aber doch soviel zu sehen, dass wir uns fuer einen Tag ein Motor-Rikscha gemietet haben. Und mit Abdul, unserem Fahrer hatten wir Glueck und fuerchteten uns nur ganz wenig.

Einer der Hoehepunkte war der "Palast der Winde" (Hawa Mahal), den ein Fuerst fuer seine zahlreichen Ehefrauen und Konkubinen so erbauen liess, dass diese den Festen in den Palasthoefen hinter ihren Festern aus Sandstein-Gittern folgen konnten ohne selbst gesehen zu werden. Auf diese Weise herrscht in den oberen Stockwerken des 7-stoeckigen Palastes immer eine angenehme Brise.

Der Palast liegt in der Altstadt, die anlaesslich des Besuches von Prinz Albert zu Beginn des 20. Jhdts. rosa gestrichen worden war. Erneuert wurde der Anstrich 2001 fuer den Besuch von Bill Clinton. Pink ist die Farbe des Willkommens.

Fuer Prinz Albert wurde auch die Albert Hall im Ram Niwas Park gebaut. Uns begruessten dort aber nur die Sandler von Jaipur, die eben ihre Schlafsachen zusammen packten.

Mitten in der "rosaroten Stadt" liegt der Stadtpalast der Fuerstenfamilie mit pachtvoll ausgestatteen Raumen und reichhaltigen Sammlungen von Waffen und besonders Textilien. Ein Teil des Palastes ist von der Familie des letzten Rgenten noch bewohnt und wird von beeindruckenden Unformierten mit roten Turbanen bewacht. In einem kleinen Marmorpalast sind zwei Silbgefaesse mit jeweils mehr als 8000 Litern Inhalt ausgestellt, die es als die groessten von Hand gefertigten Silberobjekte der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft haben. Einer der Fuersten musste Anfang des 20. Jhts. zur Kroenung vn Koenig Edward nach London reisen und hat in diesen Humpen sein Trinkwasser mit geommen. Vom englischen Wasser hielt er nicht viel.

11 km ausserhalb von Jaipur liegt Fort Amber, ein riesiger, festungsaehnlicher Palast, in dessen verwirrender Architektur - er ist ein halbes Jahrtausend lang immer weder an- und umgebaut worden - man sich leicht verlaufen koennte, wen man durch die zahlreichen Touristengrupen, auch viele einheimischen, nicht immer wieder auf den rechten Weg gebracht wuerde. Man geht vom Parplatz ca. 10 min zu Fuss bis zum Fort. Dennoch reiten die meisten Westler auf Elefanten zum Fort und zahlen dafuer - wenn sie es nicht eh all inclusive haben - 400 Rps, um 50 mehr, als Abdul den ganzen Tag von uns bekommen hat. Aber Elefanten brauchen natuerlich auch mehr Futter.

Die letzte Station des Tages war Galta mit seinen zahlreichen Hindu-Tempeln, die inmitten einer pittoresken Huegellandschaft ca. 3 km westlich von Jaipur liegen und von mehr oder minder bemalten Heiligen sowie zahlreichen Affen und heligen Kuehen bevoelkert sind.

Zum Ausklang des Tages brachte uns Abdul ins Indian Coffee House, das tatsaechlich kein Touristen-Schmae ist und wo wir um den Gegenwert on einem kleinen Braunen in einem Wiener Kaffeehaus Omlett, Toast und zwei ausgezeichnete Kaffee bekamen - auf Wunsch ohne Zucker, was in Indien gar nicht so leicht ist. Wir sind deshalb ausser zu Vegetariern auch zu Tee-Trinken geworden, wobei man allerdings beim Masala Tee auch immer um die Zuckerfreiheit kaempfen muss.

(Ich werde die vielen Tippfehler korrigieren, sobald wir einen Laden finden, bei dem man die Tatstatur nicht mit einem Dampfhammer betaetigen muss - habe ich heute, 26.1., in Udaipur gefunden.)



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