Ecuador - Chile travel blog

der Gletscher noch in weiter Ferne

und nun etwas näher

riesig

eindrückliche Formen

...

wieder mal ich

inzwischen reicht er bis zum Ufer

hoppla...

...das spritzt...

...und nun ist die Ecke weg!


Hallo Zusammen

Langsam wird mene Zeit hier knapp und plötzlich muss ich Sachen streichen, welche ich noch gerne gemacht hätte.

Nicht weglassen wollte ich jedoch den Perito Moreno Gletscher in Argentinien. Also habe ich mich für einen Tagesausflug von Puerto Natales aus dorthin entschlossen. Das hiess zwar vor allem Autofahren, insgesamt etwa 12 Stunden, um dann 2 Stunden lang den Gletscher bestaunen zu können! Das tönt jetzt wahrscheinlich ein bisschen verrückt, aber es hat sich gelohnt.

Wir sind morgens um 7.00 Uhr losgefahren, und im Auto traf ich überrascht Elina, die Finnin aus dem Nationalpark, wieder.

Die Fahrt bin nach El Calafate in Argentinien dauerte alleine schon 4 Stunden. Inklusive den - wie immer aufwendigen - Grenzformalitäten, mit Ausreise- und Einreisestempel, insgesamt 4 für diesen Tagesausflug. Die meiste Zeit der Fahrt habe ich verschlafen, zu sehen gab es nämlich nicht gerade viel, die Strecke nach der Grenze war nur noch flach.

In El Calafate stieg dann zum Glück noch eine Führerin ein. Ich hatte mich schon gefragt, ob wir den ganzen Tag mit unserem sprachlosen Fahrer verbringen würden. Der war ziemlich wortkarg, nur einmal auf der Heimreise kam er so richtig ins Plaudern, dann nämlich, als er zwei entgegenkommende Touristen gestoppt hatte und ihnen empfahl eine anderer Route zu fahren, da die Strasse bei Regen so schlecht und gefährlich sei! Wohlgemerkt, nachdem wir etwa zwei Stunden in ziemlichem Tempo über genau diese Strasse geschlittert waren!!!! Na, ich fand tatsächlich auch, dass es ein bisschen gefährlich sei. Aber bis zu diesem Zeitpunkt war es mir nicht klar gewesen, dass sich der Fahrer dessen auch bewusst war! :-)

Doch zurück zum Gletscher, der war wirklich unglaublich beeindruckend. Nicht nur wegen seiner Grösse, wenn man an seinem Fuss steht ragen die Eisbrocken 50 Meter neben einem hoch. Auch die Farbe ist aussergewöhnlich, ganz blaustichig. Neben dem visuellen Schauspiel bietet sich auch noch akustisches dar, denn dauernd bricht irgendwo wieder ein Eisstück ab. Meistens kann man gar nicht erkennen wo genau, ausser wenn mal so ein richtig grosser Brocken runter donnert, der zischend ins Wasser taucht und eine kleine Tsunami-Welle auslöst.

Die Besonderheit an diesem Gletscher ist, dass er in den See hineinragt. Wenn er genug gross ist und genug weit rutscht, erreicht er sogar das andere Ufer. Nachdem das einige Jahre lang nicht mehr der Fall gewesen war, passiert das nun seit letztem Jahr wieder.

Das bedeutet jeweils, dass die eine Hälfte des Sees gestaut wird. Wenn der Seespiegel dann genug hoch ist und der Druck anwächst, bohrt sich das Wasser einen Tunnel durch das Eis.

Das muss sehr spektakulär sein, da dieser Kanal laufend wächst, bis nur noch eine Brücke übrig ist, die dann irgendwann zusammen kracht. Und letztes Jahr war dieses Spektakel wieder mal zu sehen, für ganze 4 Tage. Natürlich nicht das Zusammenbrechen, das geht relativ schnell! Aber diese 4 Tage haben gereicht um Tausende von Touristen anzulocken, so dass eine kilometerlange Autoschlange entstand. Nun erwarten sie entweder diesen Sommer oder sonst nächsten Sommer wieder einen solchen Durchbruch. Wäre sicher toll das zu sehen, aber bestimmt bin ich nicht die Einzige, die so denkt...

Wie auch immer, der Ausflug hat sich jedenfalls auch in diesem Jahr gelohnt.

Die Heimreise habe ich dann zum grössten Teil wieder verschlafen. Abgesehen vom "Schlitter-Stück", da war ich natürlich hellwach und habe mich an der Armlehne festgekrallt.

Damit ging auch mein letzter Tag in Puerto Natales zu Ende, am nächsten Tag stand die Weiterreise in den Süden, nach Punta Arenas, an. Es tat mir richtig leid das kleine Städtchen wieder zu verlassen, so gut hatte ich mich hier eingelebt. Und nicht zu vergessen, ich hatte da ja auch mein zweites Lieblingsrestaurant in Südamerika gefunden. Das "Mesita Grande", direkt an der Plaza. Es gibt dort einen einzigen, grossen, langen Tisch, zwei feine Desserts, drei Pastagerichte und eine ganze Menge Pizzas. Und das Beste daran, alles ist ausgesprochen lecker. Vom herrlichen Schoggi-Mousse träume ich immer noch. Also, mein Puerto Natales Tipp!

Bis zum nächsten Mal.

Heidi



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