Ecuador - Chile travel blog

Blick auf Chilecito

Die Hügel um Chilecito

auf vielseitigen Wunsch, wieder mal ein Foto von mir

und hier gleich nochmals

Hügel von Chilecito


Hallo Zusammen

Chilecito ist ein kleiner Ort in der Nähe der Fatimaberge im Westen von Argentinien. Der Ort selber ist nichts Besonderes, interessant macht ihn die Nähe zu zwei Nationalparks. Beide bieten traumhafte Landschaften mit imposanten und skurril geformten Felsen. Ausserdem wurden im einen die ältetesten Dinosaurierknochen gefunden. Das weiss ich alles aber bloss aus dem Reisebüro. Denn wie es scheint, bin ich die einzige Touristin in ganz Chilecito, und deshalb werden im Moment keine Touren organisiert! Am Wochenende sollte es besser sein, doch habe ich bereits mein Ticket für die Weiterfahrt nach Mendoza heute Abend.

Ich bin völlig überrascht von der Hitze hier, gestern waren es 38 Grad. Wenn ich ins Freie trat, hatte ich jedesmal das Gefühl ich hätte eine Backofentür geöffnet! Da die Luft jedoch sehr trocken ist, schwitzt man wenigstens kaum, oder merkt es zumindest nicht. Man trinkt bloss literweise Wasser!

Bei diesen Temperaturen ist es natürlich nicht einfach sich vorzustellen, dass in einem Monat Weihnachten ist. Das ist hier auch noch überhaupt kein Thema. Ganz selten sieht man mal irgendwo in einem Schaufenster einen kargen Platiktannenbaum stehen, aber sonst gar nichts. Bin gespannt, ob das noch anders wird.

Die Siesta wird in Chilecito konsequent eingehalten. Unterwegs sind zwischen 13 und 16 Uhr nur so unverbesserliche Touristen wie ich. Dafür sind dann die Geschäfte am Abend überall bis 22 Uhr geöffnet. Und ich bin eigentlich auch nur unterwegs, um vom einen Restaurant mit Klimaanlage ins nächste zu spazieren.

Wie praktisch überall in Südamerika, tragen auch hier die Schüler Uniformen. Ich brauchte allerdings etwas Zeit, um diese als das zu erkennen was sie sind, ich dachte zuerst es gäbe hier ausserordentlich viele Jungendliche, die als Laborassistenten arbeiten. Sie sehen schon recht eigenartig aus, mit ihren weissen Kitteln. Immerhin sind sie dann schon passend für den Chemieunterricht angezogen.

Mein Hostal ist ganz herzig, mit einem kleinen grünen Innenhof. Ich habe zwar noch keine anderen Gäste gesehen, aber die soll's geben, haben sie mir gesagt. Na, mir ist's recht, so habe ich mein Mehrbettzimmer wieder mal für mich alleine.

Viel zu sehen gibt es hier nicht. Man kann ein paar kleine Hügel in der Umgebung besteigen, wegen der Hitze jedoch bloss am Morgen früh oder am Abend. In meinem Fall also am Abend. Dann gibt's einen botanischen Garten, der sehr interessant scheint. Nur habe ich ihn gestern nicht gefunden, und heute war er geschlossen. Keine Ahnung wann er offen ist, an der Tür stand von 0.00 Uhr bis 0.00 Uhr. Was auch immer das heisst!

Gestern habe ich dafür das lokale Museum besucht. Es hatte ein paar interessante Objekte, z. B. die Mineralien, doch zum grössten Teil wirkte es wie die Rupmelkammer der Stadt. Alle Gegenstände seien Donationen, haben sie mir gesagt. Das kann ich mir gut vorstellen, wahrscheinlich war das günstiger als die Entsorgungsgebühr zu bezahlen. Meine Kritik fällt nicht allzu nett aus, ich weiss. Vielleicht hätte ich meinen Besuch auch ein bisschen mehr genossen, wenn sie mir das Blatt mit den Erklärungen zu Beginn und nicht erst beim Verlassen des Museums gegeben hätten! Klar konnte ich jederzeit Fragen stellen, nur das Dumme war, dass ich die Antwort jeweils kaum verstand.

Bisher bin ich ja total begeistert von Argentinien. Nur einen Punkt gibt es, mit dem ich ziemlich Mühe habe. Und zwar mit der Sprache! Die Argentinier sprechen tatsächlich eine sehr eigenartige Form davon. Sie sind zwar alle sehr nett und wiederholen alles x-mal, jedoch immer in diesem schnellen, nuschligen, abgehacketen Spanisch. Ausserdem haben sie einen eigenen Wortschatz. So hat gestern auf der Post die Frau hinter dem Schalter gemeint, nein, "sellos" (Briefmarken) hätten sie keine, aber sie hätten "estampillas" (Briefmarken). Ich fand die täten's auch, bis sie mir gezeigt hat, dass ich 5 davon auf eine Postkarte kleben müsste, was etwa 3/4 der Karte abgedeckt hätte. Immerhin hätte es für die Adresse noch Platz gehabt.

Heute Abend nehme ich also den Nachtbus nach Mendoza und hoffe auf eine einigermassen angenehme Fahrt.

Bis bald.

Heidi



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