KARIN GOES FAR travel blog

Am Busbahnhof von Masaya auf dem Weg nach Leon

Aussicht vom Vulkan Cerro Negro Leon

Der Vulkan ist noch immer aktiv

Auf diesem Weg sind wir runter in den Krater gestiegen

Vom Krater aus rauf

Karin kragselt aus dem Krater und wird von einem Stein getroffen

Vom Vulkan runter gings per Sandboard

Strand ausserhalb von Leon wo wir uns "waschen" konnten

Stadt Leon von El Fortin aus

Sonnenuntergang von El Fortin aus


Die Reise war anstrengend aber interessant und wir sind in einem ganz genehmen Hostel dem "Bigfoot" in Leon gelandet.

Am ersten Tag haben wir gleich den Ausflug zum aktiven Vulkan Cerro Negro gebucht. Dies beinhaltete Aufstieg rauf, Abstieg in den Krater und wieder raus sowie auf einem Holzbrett die Frontseite des Vulkans runterschlittlen.

Durch loses, scharfes Lawagestein bei beissendem Wind mit einem Holzbrett under dem Arm den Vulkan zu erklimmen war einfacher gesagt als getan. Aber wir habens alle irgendwie geschafft. Runter zum Krater zu steigen stand jedem zur freien Entscheidung, da nach Angaben des Guides sich ab und zu einige Touristen dabei verletzen. Aber man wollte ja dabei sein und alles mitmachen, also bin auch ich runter. Die aufsteigenden, elend stinkenden Schwefelwolken, waren kaum auszuhalten und bei jedem Schritt sank man fast knietief in das lose Gestein ein und rutschte automatisch rund einen Meter weiter nach unten. Wer nicht auf den Hintern fiel und sich dabei Haende sowie Unterarme aufkratzte, bewies ein ausgesprochen gutes Balancegefuehl. Abgesehen von einigen Kratzern an Unterschenkeln und Haenden hab auch ich die Kraterplattform erreicht.

Nun gings aber wieder rauf, was sich als noch viel anstrengender und gefaehrlicher herausstellte. Auf Haenden und Fuessen kaempfte man sich der steilen Kraterwand empor, alle 10 Sekunden der Schrei "Watch out, rock is falling". Ich wartete bis zuletzt, wollte nicht verantwortlich sein, falls ich einen Brocken losloese der dann einen unter mir treffen wuerde. Leider hatte das etwas schwaechliche Maedchen vor mir genug mit sich selbst zu tun, um auch noch auf die Leute unter sich zu achten, hat somit den Mund gehalten, als sie den handballgrossen Brocken losloeste, der in rasantem Tempo auf mich zurollte. Ich hab ihn gehoert, aufgeschaut aber da wars schon zu spaet. Ich konnte gerade noch versuchen mich einigermassen aufzurichten, um nicht am Kopf getroffen zu werden, aber stattdessen musste mein Knie dran glauben. Nach dem ersten Sekundenschock hab ich aber realisiert, dass es bloss die Aussenseite erwischt hat, das Knie noch einigermassen gut brauchbar war und hab mich weiter Schritt fuer Schritt auf der Suche nach sicherem Stand vorwaerts getrieben.

Nach diesem Spektakel wollte ich das Risiko nicht eingehen, mehr Sand und Dreck in die Wunde zu kriegen und ging das runterschlitteln gemuetlich an. 3 der Jungs haben sich um einen der drei ausgeschriebenen Preise beworben. Der erste, der unten ankommt, der mit dem spektakulaersten Unfall und der mit dem meisten Blut sollten als Preis ein T-Shirt "100% Vulcano boarding" erhalten. Tja, Justin hat gleich alle drei abgesahnt. Er war mit einem derart rasanten Tempo unterwegs, dass das Brett den Uebergang vom Sand zum Gestein nicht mitmachte und ihn in hohem Bogen davon warf. Er hat sich den ganzen Arm sowie das Knie derart uebelst geschuerft, dass es mich meine verlgeichsweise kleine Verletzung am Knie indem sich inzwischen irgendwelche Insekten breit gemacht haben, sogleich vergessen liess.

Die Rueckfahrt auf der Ladeflaeche des Lasters hat nicht ganz so viel Spass gemacht, wie normalerweise und wir wollten alle einfach nur zurueck um zu duschen und Justin und ich, den Dreck aus unseren Wunden waschen. Aber wir haben unsere Rechnung leider ohne die Unzuverlaessigkeit der staedtischen Wasserversorgung Leons gemacht. Im Hostel angekommen, gabs natuerlich wiedermal kein Wasser. Justin und ich, uebrigens die einzigen wirklich laedierten der ganzen Tour, haben versucht provisorisch unsere Wunden zu desinfizieren was ihm mit seiner immensen Blessur ein extrem schmerzverzerrtes Gesicht entlockte.

Da kein Wasser vorhanden war, wurde uns angeboten, uns gratis zum Strand zu fahren, natuerlich wieder auf der Ladeflaeche des Trucks, um uns wenigstens etwas sauber machen zu koennen. Das Salzwasser hat wie erwartet Schmerzen hervorgerufen und mit einem kaputten Knie gegen die schaeumenden Wellen anzukaempfen, war nicht besonders angenehm. Aber immerhin hatten wir alle das Gefuehl, nun etwas sauberer zu sein.

Auch die naechsten zwei Tage wollte kein Wasser fliessen, immerhin hatten wir nonstop Strom, was nicht zu unterschaetzen ist und man hats wenigstens geschafft irgendwoher grosse Eimer Wasser herzuschleppen, damit wir uns wenigstens einigermassen mit entsalztem Wasser waschen konnten.

Am letzten Tag unseres Aufenthaltes in Leon und somit in Nicaragua haben wir uns von El Fortin aus den Sonnenuntergang angesehen. El Fortin war im Buergerkrieg bekannt als Foltergefaengnis, wo kaum einer der unschuldigen Insassen je wieder raus kam. Gespenstische Stimmung da oben, sobalds dunkel wird.

Am naechsten morgen hiess es wiedermal frueh aufstehen, um den 6Uhr Bus ueber Honduras nach San Salvador in El Salvador zu erreichen.

Auf wiedersehen Nicaragua!



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