KARIN GOES FAR travel blog

Strand von San Juan del Sur

Strandpromenade des Dorfes

Hier fanden meine ersten Surfversuche statt

Abendstimmung am Strand von San Juan del Sur


San Juan del Sur an der Pazifikkueste Nicaraguas sollte mein voruebergehendes Erholungslager nach ueber einem Monat andauerndem Regen und fast ausnahmslos schnellen Reisens sein. Momentan waren wir zu dritt. Mike der Neuseelaender, Tom der Ami und ich haben uns in einem Surfshop welches nebenbei einige wenige Zimmer vermietete einquartiert und beschlossen vorerst nicht ueber eine Weiterreise nachzudenken.

Nicaragua gilt als aermstes Land Zentralamerikas. Touristische Infrastruktur ist zwar vorhanden, aber um die Alltagsprobleme des Volkes kommen auch wir nicht rum. Die kleinen Lebensmittellaeden im Dorf, werden bloss einmal pro Woche beliefert. Sobald also der erste Laden etwas nicht mehr hat, ists bald im ganzen Dorf ausverkauft. Strom- und Wasserzufuhr funtionieren mehr schlecht als recht, was besonders dann Spass macht, wenn man nachts aufs Klo muss, welches sich im unteren Stock befindet und man zum 50-sten Mal vergessen hat, wohin man schon wieder die Taschenlampe verlegt hatte, oder wenn man voellig versalzen und verdreckt vom Strandausflug inkl. 30minuetiger Fahrt hinten auf der Ladeflaeche eines Lasters ueber staubige Strassen zurueck kommt und sich bloss eines wuenscht... eine Dusche! Man ist sich ansonsten gar nicht bewusst, wie selbstverstaendlich Wasser fuer uns ist. Kein Wasser bedeutet, keine Dusche, keine WC Spuehlung, kein Haende waschen, kein Geschirr abwaschen, was spaetestens 30 Minuten Spaeter von Ungeziefer ueberfallen wird. Strom hatten wir zwar zu rund 70%, Wasser zu bloss 40% waehrend 10 Tagen Aufenthalt. Leider hatten die Surferboys unserer Herberge besseres zu tun, als sich auf diese unangenehmen Momente vorzubereiten, indem sie wenigstens einige Kuebel Wasser fuer den Fall der vielen Faelle haetten bereit stellen koennen.

Nachts habe ich mich an das raschelnde Geraeusch der Maeuse in unserem Abfallkorb sowie im Essenssack gewoehnt, sowie an den ohrenbetauebenden Laerm der Katze welche vorwiegend zu Schlafenszeiten Ratten uebers Wellblechdach jagte. Dieselbe Katze hat eines Nachts Tom sogar ins Bett geschissen. Soviel zur Stubenreinheit der hiesigen Haustiere.

Aber irgendwie gewoehnt man sich an alles und versucht das beste aus dem kleinen Fischerdoerfli herauszuholen. Es versprach einige Tage zum ausruhen ohne viel Moeglichkeit auch irgendwas zu unternehmen, nicht mal gross Party war angesagt. Ganz nichts tun konnte ich schlussendlich doch nicht. Ich war tauchen, hab mein erstes Untwerwasserwrack besucht, und Justin ein weiterer Amerikaner von der guten Sorte, hat mir bei meinen ersten Surfversuchen unter die Arme gegriffen. Das gute Wetter hat mir gut getan, ich habe endlich wieder etwas Farbe bekommen und ich fuehlte mich wieder frisch und voller Tatendrang. Nach 10 Tagen wars dann soweit, der Reisewind hat mich ergriffen und nach unendlich langer Zeit wuerde ich zum ersten Mal wieder ganz alleine das Weite suchen.



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