Lilo & Peter Baumgartner: Asien 2006 travel blog

Die Ghats am Abend

Tempel der Savitri

Pilger am Brahma-Ghat

Der Sikh-Tempel ist der reichste

total entspannt


In Pushkar sind wir an einem der wichtigsten Wallfahrtsorte des Hinduismus. Etwas von der Asche Gandhis und Nehrus wurde auch hier ins Wasser gesreut. Entstanden ist der Platz der Legende nach, als Brahma eine Lotusbluete auf die Erde schleuderte, um einen Daemonen zu toeten. Darauf sprudelte mitten in der Wueste Wasser aus der Erde, was den Gott veranlasste, unverzueglich eine Veammung von 999.999 Goettern einzuberufen Im Hinduismus ist das ja kein Problem. Es gibt genug. Fuer das Ritual bei dieser Versammlung musste seine Frau Savitri teilnehmen. Die wurde aber mit dem Anziehn nicht fertig und Brahma wollte den gluecklichen Moment fur seine Zeremonie nicht verpassen, deshalb beauftragte er Indra, den hoechsten den vedischen Goetter, ihm schnell eine zweite Frau zu besorgen. Der fand auch ein Hirtenmaedchen, allerdings aus der Kaste der Unbruehrbaren und reinige sie, indem er sie durch eine Kuh schickte. Davon hat Brahmas zweite Frau ihren Namen Gayatri (gaya = Ku, tri = hat durchschritten). Als der oberste aller Hindugoeter mitten in seiner Zeremonie war, kam enlich Savitri, war ueber ihre Kollegin sehr sauer und verfluchte ihren Mann: fortan duerfe er nur in Pushkar verehrt werden (Wir haben uns immer gefragt, warum es kaum Brahma-Tempel gibt. Jetzt wissen wir's). Spaeter versoehnten sich die beiden Damen aber und haben nun beide ihren eigenen Tempel hier. Der von Gayatri steht halt auf einem weniger hohen Huegel.

Wir wohnen im Bharatpur Palace Hotel direkt am See. Pushkar ist ein beliebtes Backpacker-Ziel, und so schauen die Quartiere auch aus. Am Abend ist es aber sehr friedlich auf unserer Terrasse unter einem schoenen Sternenhimmel. Das Hotel liegt zwischen dem Brahma- und dem Gau-Ghat (Stufen zum Wasser, bekannt von Bildern aus Varanasi = Benares), wo in der Frueh die Glaeubigen ihre reinigenden Waschungen vollziehen. Touristen werden gelegentlich dazu angehalten sich an den diversen Ritualen zu beteiligen, was aber mit der Religion nichts zu tun hat. Ein Mann drueckte Lilo zwei Blueten in die Hand mit der Auforderung, wir sollten sie zusammen ins Wasser schmeissen, das wuerde uns Glueck bringen. Erstens haetten wir dazu die Scuhe ausziehen muessen, den die Ghats darf man nur barfuss bereten - als Mensch; die Kuehe, Affen und Hunde ziehen nicht nur ihre Schuhe nicht aus sondern benuetzen die Stuen auch als Klosetts. Zum Zweiten haette uns das Ganze sicher einiges gekostet. Als ich dem Mann die beiden Blueten zurueck gab, meinte er aggressiv, ich solle seine Religion respektieren. Ich sagte ihm, dass wir Brahma und das heilige Wasser von Pushkar sehr wohl respektieren, indem wir uns vegetarisch ernaehren, keinen Alkohol trinken, nicht rauchen ... Doch seien wir nicht als Pilger hier sondern als Touristen und er sollte unsere Religion auch respektieren.

Wir wollen einige Tage hier bleiben, weil es in der kleinen Stadt am See den sonst ueblichen Staub und Dieselgestank nicht gibt und weil zumindest am Abend, wenn in den Tempeln die Andachten stattfinden und die Verkaeufer langsam ihre Buden zusperren, eine recht weihevolle Stimmung ueber dem Ort liegt. Dass es hier von Touisten wimmelt, ist nicht nur nicht stoerend - weil sich fast alle recht angepasst verhalten - sondern hat auch sein Gutes, weil man fast alles kriegt, was man als Westler so braucht. In einem Buchladen haben wir sogar einen Harry Potter-Band und den Kleinen Prinzen entdeckt.

Ob wir weiter nach Jodpuhr gehen oder gleich nah Udaipur, ist noch nicht enschieden. Wir melden uns



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