KARIN GOES FAR travel blog


Fuer alle, denen es etwas flau im Magen wurde als ich gestern erwaehnt habe, dass ich vor habe, die Grenze nach Kolumbien zu ueberqueren, hier kommt die Entwarnung.

Ich habs geschafft, und wie, bin im Land wo Drogenkartelle und Guerillas die Landesregierung an kurzer Leine halten. Heute morgen mit keiner Ahnung was mich an diesem Tag erwarten wuerde um 7.00h aus dem Crossroads Hostel in Quito aufgebrochen, am Busbahnhof mit der Busabfahrtszeit kurz uebers Ohr gehauen worden, aber immerhin weniger schlimm, als es der einzigen weiteren Backpackerin im Bus widerfuhr, die Englaenderin namens Holly, der man den 3fachen Fahrpreis abknoepfen wollte. Holly ist gluecklichweise nachdem der Bus schon haette abgefahren sein sollen (wow, guete duetscher ich!) noch zugestiegen und hatte noch einiges mehr Bammel vor der Grenzueberquerung als ich.

Waehrend der Busfahrt hab ich zum ersten mal die "Danger und Annoyances" Sparte fuer Kolumbien im Lonely Planet nachgelesen, 2 x leer geschluckt, den Fuehrer wieder weggepackt und versucht zu verdraengen was ich eben gelesen habe, denn nun gabs eh kein Zurueck mehr. 6 Stunden spaeter in Tulcan der naechst groesseren Stadt zur kolumbianischen Grenze haben Holly und ich uns ein Taxi geteilt, daraufhin in rasanten 20Minuten zu Fuss die Grenze ueberquert und die Formalitaeten erledigt. Dies ging bewundernswert einfach und schnell. Man wollte nicht mal mein nicht existierendes Ausreiseticket sehen, obwohl ueberall gross angeschrieben, dass das obligatorisch sei, keine ominoesen Gestalten, keine Bettler und keine Esswarenverkaeufer welche sich bei der Immigration herumtummelten, bloss Geldwechsler, welche ich noetigerweise auch gleich in Anspruch nahm. Man hat mich sogar gefragt, wie lang ich bleiben moechte, hab mal uebertrieben mit 60 Tagen woraufs eine 60taegige Aufenthaltsbewilligung in den Pass gestemmpelt gab, obwohl Schweizer eigentlich 90 Tage bleiben duerften. Aber beschwehrt hab ich mich nicht, ich bin froh bin ich drin. Irgendwie hab ich mich an diesem Grenzuebergang derart unnatuerlich sicher gefuehlt, dass es fast schon wieder Angst machte.

Am Grenzuebergang haben Holly und nich noch zwei weitere Backpacker einen Israeli und einen weiteren Angelsachsen aufgegabelt, mit denen wir uns somit zu viert in ein Taxi mosteten um wiederum zur naechst groesseren Stadt in Kolumbien mit Busbahnhof zu gelangen. Diese Stadt hiess Ipiales und hat einen der saubersten und sichersten Busbahnhoefe welche ich auf meiner bisher rund 19 woechigen Reise zu Gesicht bekommen habe. Dort hatten wir eine halbe Stunde Zeit fuer Pipimachen und Ess- sowie Trinkwaren besorgen, bevor unser naechster Bus weiterfuhr. Da die anderen 3 nach Cali was weitere 8 Stunden noerdlich war, und ich nach Pasto wollte, habe ich sie nach 2h Busfahrt verlassen. Am Pasto Busbahnhof angekommen, war ich wiederum ueberrascht ueber die gute Organisation und den ehrlichen Taxifahrer, der mir, dem wie ein Wasserfall Fragen stellenden Touristen, ganz geduldig und freundlich informative Tips gab. 10 Minuten Zeit zum einchecken im "Koala Inn" und dann sofort ab ins Reisebuero, wo ich unglaublich freundlich empfangen und beraten wurde und schlussendlich 10 Minuten vor Ladenschluss mein Flugticket nach Santa Marta fuer morgen erstanden habe. Bloss ein kleiner Jammer: der Morgenflug war ausgebucht, weshalb ich erst am Nachmittag ab Pasto abfliege, was Ankunft in Santa Marta erst um 19.30h bedeutet. Aber da komm ich irgendwie durch. Wow, was fuer ein positiver Tag.

Ich glaub mein ganzer Enthusiasmus hat auch damit zu tun, dass ich endlich wieder alleine unterwegs bin und somit das ganze Umfeld viel bewusster wahrnehme, als mit dem Tourbus in Begleitung von 15 weiteren Touristen durch die Gegend zu tuckern.

Ich fuehl mich unglaublich gut, wie ein umkehrter Haendschen verglichen mit den letzten Tagen. Uuuhf, grosses Aufatmen. Hoffe Kolumbien wird mich weiterhin so positiv ueberraschen.

Und sorry, keine Fotos von Pasto, da bloss gezwungenermassen ein Zwischenstop.



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