Lilo & Peter Baumgartner: Asien 2006 travel blog

Kuala Lumpur: Hindutempel in Little India

der KLIA-Express zum Flughafen

In Ubud ist der Reis gerade reif.

Wir wohnen wieder im Hibiscus Inn.

Der Tisch ist bereits gedeckt ...

... ein Werk von Wayan, unserem Boy und Freund.

wie die Rajas von Bali

Kunstwerke fuer den Tag

Taube auf dem Wasserbehaelter

Unser Hausherr

Hausfrau Wayan mit Tochter und zwei Helferinnen bei der Herstellung der Tempelopfer

die beiden Kinder des Hauses

es regnet

Die Tochter ...

... unserer Wirtsleute ...

... war der Fotografin ...

... eine ganze Serie wert.

die Fotografin und ihr Modell

Vor unserem Schlafzimmer wacht Ganesha, der Elefantengott.

Reisernte

Auch unser Nachbar arbeitet auf seinem Feld.

nach der Ernte

Bick von der Veranda

Frantipaniblueten vor unserem Fenster

Unsere "Brueckenfrau" Ibu Kadek hat ihren Juntok Shop mit vielen schoenen Sarongs...

Nonic mit ihrem Teddy ...

... bei der Vorbereitung des abendlichen Opfers ...

... und im Haustempel

Das Hibiscus Inn liegt an der Jalan Bisma mitten in den Reisfeldern.


Der Flug von Phuket nach Denpasar auf Bali ist so "geschickt" konstruiert, dass wir in Kuala Lumpur, der Hauptstadt von Malaysia, fast 24 Stunden warten muessen. Das waere auf dem KLIA (Kuala Lumpur International Airport) ueberhaupt kein Problem; das ist einer der bequemsten Flughaefen, die wir kennen. Wir fliegen aber mit der Air Asia, und die Billigflieger haben seit Maerz dieses Jahres einen eigenen Flughafen in KL (LCCT = Low Cost Carrier Terminal). Das ist nichts weiter als ein riesiger Schuppen, der etwas abseits vom KLIA in die Landschaft gestellt wurde. Die Plastiksessel hier sind zum Schlafen denkbar ungeeignet. Ausserdem ist der Flughafen fast staendig ueberfuellt. Wir geben unser Gepaeck in die Aufbewahrung und fahren mit einem Shuttle die 70 km nach Kuala Lumpur. Dort wandern wir in der Nacht ein bisschen in Little India herum und entdecken eine schoenen Hindu-Tempel, der sich in einer grossen Wasserlache spiegelt. Wir fuehlen uns auch hier, in der Naehe des Zentral-Bahnhofs - vollkommen sicher, was wir in vergleichbaren Gegenden vieler europaeischer Laender wohl nicht waeren. Zuruck zu unserem LCC-Schuppen muessen wir ueber den KLIA fahren, denn das Billig-Shuttle hat den Betrieb schon eingestellt. Der KLIA-Express ist ein aehnlich bequemes Transportmittel wie der CAT von Wien Mitte nach Schwechat. Vom KLIA gibt es die ganze Nacht ueber einen Shuttle-Bus zum LCC.

Einmal geht auch diese lange Nacht zu Ende und wir haben einen bequemen 3-Stunden-Flug nach Denpasar auf Bali. Made, der Chef vom Hibiscus-Inn, hat unseren Brief bekommen und ist da, um uns das Taxi nach Ubud zu ersparen. In Ubud werden wir begruesst wie Verwandte. Die beiden Kinder Wayan (der Sohn) und Nyonic (die Tochter) sind seit dem Vorjahr ein gutes Stueck gewachsen. Unser Boy und Freund Wayan ist auch noch da, lacht wie immer und freut sich sichtlich, dass Lilo auch fuer ihn ein Geschenk mit gebracht hat. Auch Mades Frau Wayan nimmt sich Zeit fuer einen Schwatz, obwohl sie sehr beschaeftigt ist: Wir kommen gerade in den beiden Wochen, die zwischen Galungan und Kuningan liegen, den wohl bedeutendsten Festen auf Bali. Galungan ist der Tag, an dem die Geister zurueck auf die Insel kommen. Niemand darf sich dann auf den Strassen zeigen, dann glauben die dummen Daemonen, die Insel ist unbewohnt und hauen wieder ab. Kuningan ist der Tag, an dem die ganze Familie in den Tempel geht, Opfer darbringt und fuer die Seelen ihrer verstorbenen Angehoerigen betet. Dieses Fest, Ende dieser Woche, werden wir in Ubud erleben und das ist hier besonders schoen.

In dem feuchtwarmen Klima von Ubud scheinen die Kuenstler foermlich wie die Schwammerln zu wachsen. Oder, besser gesagt: Es hier ist eigentlich jeder ein Kuenstler. Manche ueben das oeffentlich aus wie unser Hausher Made, der in einem Orchester von Ubud spielt, obwohl er in Denpasar in einer Tourismus-Schule arbeitet und Koeche ausbildet (Er war auch schon einmal sechs Monate in Oesterreich, in Gastein und Salzburg, und scheint sich dort wohl gefuehlt zu haben). Unser Boy und Freund Wayan ist auch ein Kuenstler, wenn man die Blumengestecke auf dem Tisch unserer Veranda und das liebevoll arrangierte Essen betrachtet. Die Frau von Made baut die Opfergaben fuer den Tempel selbst, und das sind bis zu 15 kg schwere Kunstwerke. Der Wasserbehaelter des Hauses ist mit einer Krone verziert, auf der anscheinend die gleiche Taube lebt, von der wir uns im Mai des Vorjahres hier verabschiedet haben. Das Zimmer unseres Bungalows ist fast ausgefuellt von einem riesigen Bett, ca. 3 x 2 m und 1 m hoch; wenn man da zum ersten Mal hinein klettert, ist man versucht, sich eine Leiter zu wuenschen; Made hat uns erklaert, dass er die drei Bungalows seines Hauses im leicht modifizierten Bali-Stil hat bauen lassen; die Rajas haben ja auf ihren Betten gewohnt; und die glatt geschliffenen Fluss-Steine unter dem Bett und im Badezimmer halten das Ungeziefer fern; und die Zimmer haben keine Fensterglaeser sondern nur Fensterlaeden gegen die Sonne; der leichte Luftzug, der staendig im Zimmer herrscht, haelt wieder die Moskitos fern ... Es denken sich also schon sehr viele Leute hier etwas bei dem, was sie machen. Nur die Sehnsucht vieler westlicher Kuenstler, stets ein Werk fuer die Ewigkeit zu schaffen, ist ihnen weitgehend fremd. Sie arbeiten fuer den Tag, der moeglichst schoen sein soll.

Was die Namen unsere Freunde angeht - immerhin gibt es in unserem kleinen Hotel drei Wayans, davon eine Frau und zwei Maenner - so hatten wir damit lange Zeit unsere Probleme. Dabei ist es recht simpel: Wenn in einer Familie das erste Kind zur Welt kommt, heisst es eben so - das erste - ; das zweite wird ebenfalls nummeriert und so weiter bis Nummer vier; dann beginnt das Spiel von vorn, oder besser: Es begann. In der Mittelschicht Balis setzt sich heute immer mehr die Kleinfamilie durch. Es ist schwierig genug, fuer zwei Kinder eine gute Ausbildung zu finanzieren. Aber dieser Trend macht auch Probleme, die wir Westler nicht kennen. Mades Frau hat uns im Vorjahr gesagt, dass es manchmal schwierig ist fuer eine Kleinfaimilie, die Opfergaben in den Tempel zu tragen. Das machen hier die Frauen, die ihre 15-kg-Kunstwerke auf dem Kopf ueber lange Strecken tragen. Wenn eine Frau aber ihre Menstruation hat, darf sie nicht in den Tempel. Auf unseren Vorschlag, dann sollen halt die Maenner diese Dinger in den Tempel bringen, sagte Mades Frau nur laechelnd: Die koennen das nicht. Denen ist das zu schwer. Frueher, in den Grossfamilien, uebernahm halt eine im gleichen Hof lebendede Schwester oder Tante den Opfergang. Heute muss man eine Nachbarin bitten oder es kommt eine entfernt lebende Verwandte angereist.

Es ist wunderbar ruhig hier inmitten der Reisfelder. Die Zugangswege zu den Haeusern sind so schmal - man merkt daran noch heute, dass es in der Geschichte von Bali nie Wagen gegeben hat - , dass hier keine Autos fahren koennen. Zum ersten Mal seit vier Monaten leben wir ohne den Motorenlaerm oder den Krach der staendig plaerrenden Fernseher. Krach machen hier die Tauben und die Froesche. Gestern abend war ein Frosch so laut, dass ihm Lilo gedroht hat, wenn er nicht aufhoert, bestellt sie bei Made zum Abendessen Froschschenkel. Aber der Hausfrosch kennt den Made und weiss, dass ihm der nichts tut.

Wir haben noch einiges zu erledigen, bevor wir weiter nach Flores fahren koennen. Doch die Zeit wird uns hier nicht lang werden. Gusti's Cafe, in dem wir immer gern essen waren, wird derzeit umgebaut, aber Gusti hat uns einen anderen Warung genannt, in dem man auch sehr gut und billig isst. Das Wayan Cafe, in dem wir gestern waren in Erinnerung an unseren letzten Ubuder Abend im Vorjahr mit Lucia, Toni, Alex und Thasi - unseren Freunden in Barcelona - , verwenden wir meist nur zum Kaffeetrinken. Die Preise sind hier schon sehr stolz, aber der Garten und das freundliche Personal sind halt etwas wert. Dann muss Lilo noch all ihre Freundinnen und Freunde in den Shops besuchen, zB die "Brueckenfrau" drunten am Zusammenfluss des Wos Barat (dem West-Fluss) mit dem Wos Timor (Ost-Fluss), wo auch ganz in der Naehe die Villa von Antonio Blanco steht, einem spanischen Surrealisten, der sich in der 1930er Jahren hier angesiedelt hatte und den manche als den "Dali von Bali" bezeichnet haben. Weiter die Strasse hinauf nach Campuhan kommt man zum Neka-Museum, in dem Peter ueblicher Weise bei einem Ubud-Aufenthalt etliche Tage verbringt. Dann wollen wir natuerlich wieder die Wege in den Reisfeldern gehen und am Abend zu einem Tanz vor dem Palast ... Vielleicht wird es noch eine Site ueber Ubud geben, bevor wir weiter fahren zu unseren Freunden auf Flores.



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