Lilo & Peter Baumgartner: Asien 2006 travel blog

der letzte Cafe latte in Bangkok

Die Fahrt vom Festland zur Insel fuehrt durch eine wundersame Welt.

Nur mehr wenige Fischer arbeiten am Chaweng Beach.

Dafuer gibt es Hochzeiten am Strand ...

... und Volleyballspielerinnen, oben ohne.

Im Faehrhafen von Na Thon draengt sich das "normale" Ko Samui.

Der Fang wird hier noch haendisch verarbeitet ...

... und auch von Hand verpackt.

Am Abend wird Ko Samui wieder die Zauberinsel, die sie frueher einmal...


Zum ersten Mal gehoert haben wir von dieser Insel im Golf von Siam waehrend einer Reise durch Malaysia anfangs der 1980er Jahre. Sie war in den Jahren davor von den Hippies entdeckt worden und einer der beiden jungen Deutschen, die uns davon erzaehlten, sagte: "Ganz Ko Samui hascht." Das hat sich inzwischen etwas geaendert. Heute verfuegt die Insel ueber einen eigenen internationalen Flughafen. Die Badegaeste, die hier fuer vierzehn Tage anreisen, brauchen also in Bangkok gar nicht mehr umzusteigen. Dementsprechend ist das Publikum - aber wir wollen den Ereignissen nicht vor greifen.

Unser letzte Tag in Bangkok beginnt mit der Pilgerfahrt zur indoensischen Botschaft. Die junge Frau am Schalter erinnert sich an uns und auch daran, dass sie versprochen hatte, die Visa schon am Vormittag fertig zu haben. Sie sind es tatsaechlich. Damit haben wir noch ein bisserl Zeit zum Einkaufen und fuer einen koestlichen Cafe latte im New Siam; der Kaffee ist ein Kunstwerk, auf das man freilich angemessen lang warten muss.

Im Khaosan-Viertel gibt es fuer Touristen alles, auch einen VIP-Bus, der ueber Nacht nach Surat Thani geht, von wo aus man mit der Faehre Ko Samui erreicht. Wir sind insgesamt 19 Stunden unterwegs und finden am Chaweng Beach ein Guesthouse, dass unserem Budget einiger Massen angepasst ist. Das Preis-Leistungs-Verhaeltnis stimmt allerdings nicht. Wenn man fuer ein Zimmer in einem Indochina-Land dreissig Euro zahlt, dann sollte man sich die Klospuelung nicht selber richten muessen und die Zimmertuere duerfte nicht so vergammelt sein, dass die Moskitos durch sie ungehindert aus und ein fliegen.

Der Chaweng Beach ist der lauteste unter den Straenden auf Ko Samui. Das gilt allerdings nur fuer den Tag, wo das Badepublikum auf Standliegen roestet und die schwitzenden Kellner mit immer neuen Rufen nach Bier und Cocktails sekkiert. Abend sind diese Leute dann in der Hafenstrasse in den Bars, aus denen uns bei unseren Wanderungen durch die Stadt am Nachmittag die traurig drein schauenden Animiermaedchen angelaechelt haben, und aus jedem Lokal ertoent eine andere Musik in einer Lautstaerke, dass man heimischen Ohrenaerzten nur raten kann, einen Job in Thailand in Erwaegung zu ziehen. Wir sind am Abend am Strand. Unser Wirtshaus sperrt um neun Uhr zu und danach schauen wir ungestoert den Sternen zu und hoeren ungestoert dem Meer zu und Ko Samui scheint hier wieder das zu sein, was es vor 25 Jahren wahrscheinlich einmal war.

Am naechsten Morgen packen wir die Schnorcheln aus und schwimmen in der Buch von Chaweng. Immerhin schreibt unser 2004 erschienener Reisefuehrer von einem Wasser, das "crystal clear" sein soll. Der 6 km lange Strand wird ungefaehr in der Mitte von einer Insel mit einem zerborstenen Korallenriff geteilt, zu der wir hinaus schwimmen, weil sich das "crystal" klare Wasser als eine warme Bruehe entpuppt, die von den zahlreichen Motorbooten so sandig ist, dass man keine fuenf Meter weit sieht. Das Meer an der Seeseite der Insel ist nicht viel anders. Die Korallen sind tot. Wir geben das Schnorcheln auf.

Wir wollen Ko Samui diesbezueglich nicht unrecht tun. An den zahlreichen der Insel vorgelagerten kleinen Inselchen wird es schon noch gute Tauchgruende geben und die wunderbaren Riffe vor Flores haetten wir ohne die Hilfe von Claudia und Kermi ja auch nicht gefunden. Aber nach so vielen schoenen Erlebnissen in tropischen Meeren, angefangen von Tioman im Suedchinesischen Meer vor der Ostkueste von Malaysia ueber Apo Island vor der Phillipinen-Insel Negros, vor Lipah im Osten von Bali und schliesslich am Waiterang Beach vor Flores sind wir einfach nicht mehr in der Lage, mit irgend welchen Bootsleuten einen ueberhoehten Preis fuer den Golf von Thailand auszuhandeln. Auch ein Versuch, mit einem Taxifahrer eine Halbtagstour ins Landesinnere zu machen scheitert am Preis und eine Mango am Strand wuerde 50 Bhat kosten - in der Hauptstadt Bangkok kriegt man sie fuer zehn Bhat.

Das Publikum, das hier eingeflogen wird, besteht wohl vor allem aus Touristen, denen eine Halbtagstour mit einem Taxi um tausend Bhat (ca. 12 Euro) sicher spottbillig vorkommt. In Chiang Mai, das auch eine Touristenstadt ist, haben wir ein Drittel dieses Preises bezahlt. Es stimmen einfach die Proportionen hier nicht. Wir handeln gerade mit Taxifahreren oder Obstverkaeufern nie besonders hart, weil diese Menschen ja nicht zu den wohlhabenen Thais gehoeren, und weil das, was sie den Touristen abknoepfen, auch nur zum geringsten Teil ihnen bleibt; der Loewenanteil geht an den Besitzer des Autos oder an den, der das Obst fuer die Strandverkauefer heran karren laesst. Wir koennen uns nach bald zwei Monaten in Thailand andererseits aber auch nicht dazu ueberwinden, die Sitten der Ko Samui-Szene einfach mit zu machen - obwohl wir an diesem Tag ein gutes Eisgeschaeft mit freundlicher Bedienung entdecken und Lilo sagt, vielleicht koennte sie sich doch noch an Ko Samui gewoehnen.

Das groesste Wunder von Ko Samui ist fuer uns, dass die Thais, die hier arbeiten, in ihrer ueberwiegenden Zahl ihr Laecheln nicht verloren haben. Trotzdem: Wir haben das Thailand gesehen, das man fuer einen Gesamteindruck auch gesehen haben muss. Und morgen fahren wir weiter.



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