Lilo & Peter Baumgartner: Asien 2006 travel blog

Mekong Binnenarchipel

Pakxe: unser Bus

Khon Phapheng-Wasserfall

auch ihnen ist heiss

ehemalige Eisenbahnbruecke zwischen Don Det und Don Khon

Schlangenjaeger

Lunch fuer Busfahrer

locker besetzt

Fuer diese Landschaft zahlt es sich aus.


An der Grenze zu Kambodscha bildet der Mekong einen Binnen-Archipel von 50 km Laenge und bis zu 14 km Breite. Auf einigen der "viertausend Inseln" - ein paar hundert werden es schon sein, wenn man jeden bewachsenen Felsen mit rechnet, der in der Trockenzeit aus dem Wasser ragt - kann man in einfachen Huetten uebernachten. Auf der groessten Insel im Archipel gibt es auch 24 Stunden am Tag Strom und bessere Guesthaueser

Wir nehmen von Ventiane weg einen VIP-Nacht-Bus, dessen Bordservice sich nur geringfuegig von dem eines Flugzeuges unterscheidet. Um acht Uhr morgens, nach ca 600 km auf guten Strassen sind wir in Pakxe. Hier stuermen etliche Laoten mit dem Kampfruf "Fourthousand Islands, Fourthousend Islands ..." den Bus und die Masse der Touristen wird in wartende Lastwagen gepackt und gleich auf die groesste der Inseln gekarrt. Dort aber wollten wir nicht hin. Ausserdem ist Sonntag und wir lieben die verschlafenen Feiertage in den kleinen Provinzstaedten Asiens. Vor allem, wenn man in der Mittagshitze durch die Stadt geht, ist alles wie ausgestorben. Auch die beiden Restaurant-Boote auf dem Mekong sind eher fuer den abendlichen Betrieb eingerichtet. Da gab es auf unserem Boot aber dann viele Einheimische, die hier fein zum Sonntagabend essen gehen.

Wir hatten eine schwierige Entscheidung zu treffen: Wollen wir weiter dem grossen Strom folgen oder wollen wir einmal einen Abstecher ins Landesinnere machen! Schon in Luang Prapang haetten wir den Fluss verlassen und auf die Plaine des Jarres fahren koennen, was wir nicht getan haben. Hier von Paxe aus waere das Bolaven-Plateau mit seinen Kaffeeplantagen gut erreichbar. Schliesslich entscheiden wir uns an diesem Abend auf dem Mekong in Paxe doch, weiter dem Fluss zu folgen. Wir vermuten, es sind diese zauberhaften Abende, mit denen uns der Mekong immer wieder an sich fesselt. Ausserdem kann man nie alles sehen. Horst, von dem in unserem Chiang Rai-Kapitel schon die Rede war, hat dazu etwas sehr Schoenes gesagt: "Wieviel Zeit man auch fuer ein Land aufwendet, man lernt ja doch nur einen Strich auf der Landkarte kennen."

Am naechsten Morgen fahren wir mit einem Lastwagen, der mit Kraut und Menschen vollgestopft ist, nach Nakasang. Das kleine Maedchen, das in dem Gedraenge immer weiter an mich gedrueckt wird, ist zwar sehr lieb, hat aber Lauese. Der Bub gegenueber von Lilo kaut hingebungsvoll an gegrillten Kaefern, die er auf einen Holzspiess aufgefaedelt beim einem Stop von einer Haendlerin gekauft hat. Die Fahrt dauert vier Stunden und geht ueber eine gute Strasse. Ausser uns sind noch zwei junge Karlsruher (Ira und Juergen) im Auto und bei der Provinzhauptstadt Champasak steigen noch zwei Muenchner (Johanna und Gerald) ein. Wenn uns jemand hoert, glaubt er an eine Gruppenreise. Aber wir sind alle sechs nicht die Typen fuer Gruppenreisen und verstehen uns daher von Anfang an gut. Wir fahren auch gemeinsam auf die Insel Don Det, die kleinste von denen, wo es noch halbwegs ertraegliche Quertiere gibt. In den naechsten Tagen wandern wir an einem der zahlreichen Mekong-Arme unter Kokospalmen ueber unsere Insel, fahren mit dem Rad auf die Nachbar-Insel Don Kohn, wo es noch Reste einer Schmalspurbahn aus der Franzosenzeit gibt. Im Gestruepp vor einem vernachlaessigten christlichen Friedhof rosten noch zwei Lokomotiven friedlich vor sich hin. Schoen sind auch die Ausfluege zu den Wasserfaellen Somphamit und Khon Phapheng. Letzterer ist der groesste Fall am Mekong und beeindruckt uns tatsaechlich nicht weniger als szt. die Niagara-Faelle. Von den Dimensionen her gibt es da natuerlich schon Unterschiede, aber so ein Riesending wie den Phapheng haben wir an dem hier schon recht breit und behaebig gewordenen Mekong eigentlich nicht mehr erwartet.

Irgendwann fahren Ira und Juergen weiter nach Thailand und Johanna und Gerald nach Ventiane und auch wir denken langsam daran, unserem Strom weiter nach Kambodscha zu folgen. Die friedlichen Abende auf Don Det mit unseren neu gewonnenen Freunden werden uns in Erinnerung bleiben.



Advertisement
OperationEyesight.com
Entry Rating:     Why ratings?
Please Rate:  
Thank you for voting!
Share |