Lilo & Peter Baumgartner: Asien 2006 travel blog

im Wat Phra Keow

Nachbildung des "Smaragd"-Buddha

Tanz am Nachtmarkt

in der Au am Mae Kok


Die dreistuendige Busfahrt nach Chiang Rai war so problemlos wie bisher alles in Thailand problemlos geklappt hat. Die ausgezeichnete Strasse verlauft an Waldbergen vorbei, die zu den Auslauefern der Shan-Berge in Myanmar gehoeren. Die Stadt selber ist eine ruhige Kleinstadt, in der selbst wir als aengstliche Mitteleuropaeer leicht ueber die Strassen kommen. Wir wohnen im Baan Buan Guesthouse, einer kleinen Anlage mit einem schoenen Garten und zum ersten Mal auf dieser Reise wohnen wir so, wie wir es uns wuenschen. Abends essen wir meist auf dem Nachtmarkt, wo man sich bei einzelnen Standeln seine Mahlzeit zusammen sucht. Auf einer kleinen Buehne gibt es zwischendurch Tanzauffuehrungen. Die Taenze erinnern ein bisschen an die Tanzkunst Indonesiens; wir finden die Bewegungen und insbesondere auch die Gestig der Haende oder die Mimik nicht so ausgefeilt, wie wir das auf Java oder Bali gesehen haben. Aber die Taenzerinnen und Tanezer scheinen Spass an der Sache zu haben und die meist einheimischen Zuschauer geniessen es auch.

Es gibt einige sehr schoene Tempel in der Stadt, darunter den Wat Phra Kao, wo man im 15. Jhdt. den "Smaragd"-Buddha (in Wahrheit ist er aus Jade) gefunden hat, der heute in einem Tempel in Bangkok steht. Hier gibt es auch in einem eigenen Tempel der Anlage eine ca. 50 cm grosse Nachbildung, ebenfalls aus Jade, die Anfang der 1990er Jahre geschaffen worden ist.

Einen halben Tag lang waren wir im Hilltribe Museum der Population & Community Development Association (PDA), der groessten NGO Thailands und haben wieder eine Menge ueber die Bergstaemme gelernt. Es gibt neben vielen Geraetschaften und Alltagsgegenstaenden eine wunderbare Leseecke mit viel instruktivem Material und eine perfekte Powerpoint-Praesentation ueber die Bergvoelker, aus der u. a. hervor geht, dass die so sehr bekannten Long Necks in der gesamten Karen-Bevoelkerung Thailands (insgesamt ca. 500.000) eine verschwindende Rolle spielen. Unter dem Titel "The Truth about the Long Neck Karen" fanden wir folgende Angaben: "Nothing is said about the fact that Long Neck Karen villages are nothing more then make-believe villages and that the are really from Myanmar (Burma). The only reason Long Neck Karen are in Thailand is because a businessman has imported them for the sole purpose of tourism."

Nun neigt ja jedes Land ein bisschen dazu, unerwuenschte Zustaende dem Nachbarn in die Schuhe zu schieben. Andrerseits ist das PDA-Museum so serioes, dass wir eine solche klare Aussage zumindest fuer ziemlich wahrscheinlich halten. Im Vorjahr am Inle-See in Myanmar sind wir den Long Necks noch entkommen. Die Vermarktungsabsicht in jenem Hotel, in dem zwei oder drei dieser bedauernswerten Frauen wie exotische Wesen als Foto-Objekte gehalten werden, war auch zu klar erkennbar. Diesmal sind wir offenbar der Tourismus-Agentur in Chiang Mai auf den Leim gegangen. Mit "guided adventures" haben wir nur selten Glueck.

Nach dem Museum fahren wir noch zu einem feinen chinesischen Fresslokal am Mae Kok-River (Lilo: Wie an der alten Donau; nur weniger Betrieb). Es ist schoen hier auf der kuehlen Terrasse ueber dem Wasser den heissen Nachmittag zu verbringen, und mit 180 Bhat (ca. 4 Euro) fuer 1 Fried Vegetables, 1 Fried Rice und 2 Soda hielt sich die Gebuehr in Grenzen. Man kann in einem der Strassenwirtshaeuser oder am Nachtmarkt allerdings zu zweit fuer 50 Bhat essen, und das ist meist besser als in den Restaurants.

Um auch die Umgebung von Chiang Rai ein bisschen kennen zu lernen, haben wir uns fuer einen Tag Raeder ausgeborgt und sind den Fluss entlang nach Osten gefahren. Das ist hier eine sehr schoene Aulandschaft. Nur die grossen roten bissigen Ameisen in diesem Auwald erinnern nicht an die Donau.

Unser Visum laeuft erst Ende Februar ab. Mit weiteren Storis aus Thailands Norden ist also zu rechnen.



Advertisement
OperationEyesight.com
Entry Rating:     Why ratings?
Please Rate:  
Thank you for voting!
Share |